Halle (dpa) l In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Arbeitslosen nach einem monatelangen Rückgang zum Ende des Jahres 2018 saisonal bedingt gestiegen. Rund 83.000 Menschen waren im Dezember ohne Job. Das waren knapp 3100 Arbeitslose mehr als im November. Jeder dritte Arbeitslose – rund 29.800 Männer und Frauen – ist seit einem Jahr auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 7,3 Prozent nach 7,0 Prozent im November, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mitteilte.

Im Dezember meldeten sich den Angaben zufolge vor allem Männer, die zum Beispiel auf dem Bau und in der Landwirtschaft tätig waren, arbeitslos. Witterungsbedingt ruhen bestimmte Arbeiten im Freien im Winter oder auch an Feiertagen wie an Weihnachten und Neujahr. Ende 2017 lag die Arbeitslosenquote den Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt bei 8 Prozent. Es gab 9100 Arbeitslose mehr als im Dezember 2018.

„Wir können sehr zufrieden sein. Seit 1991 waren in Sachsen-Anhalt noch nie so wenige Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen“, zog Kay Senius, Chef der Regionaldirektion, Bilanz. Zugleich suchen Arbeitgeber immer mehr Fachkräfte. Im Dezember wurden den Arbeitsagenturen 4300 neue Stellen gemeldet: 35 Prozent davon galt es sofort zu besetzen, 84 Prozent waren unbefristet, 22 Prozent kamen aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung wie der Leiharbeit.

Jede vierte neu gemeldete Stelle (25 Prozent) betrifft Produktions- und Fertigungsberufe. Gesucht werden zudem Arbeitskräfte in den Bereichen Logistik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. Aktuell haben die Arbeitsagenturen und Jobcentern rund 18.400 freie Stellen. Es werde aber immer schwieriger, Fachkräfte zu rekrutieren, erklärte Senius. Dies werde die Wirtschaft in den kommenden Monaten vor ernste Herausforderungen stellen. „Eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften nach Sachsen-Anhalt wird daher eine stärkere Bedeutung bekommen.“ Hintergrund ist die demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Dabei gehen mehr Menschen in den Ruhestand als junge Menschen in Ausbildung und Beschäftigung kommen.

Bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember auf 2,21 Millionen gestiegen. Das waren 23.000 Jobsucher mehr als im November und 175.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote legte um 0,1 Punkte auf 4,9 Prozent zum Ende 2018 zu.