Magdeburg l Eine Boje des Magdeburger Umweltforschungszentrums (UFZ) soll dabei helfen, die Wasserqualität in Chinas fünftgrößtem Binnengewässer zu verbessern. Am vergangenen Wochenende ist der Schwimmkörper in der chinesischen Metropole Nanjing angekommen. Anfang März reisen Magdeburger Forscher nach China, um die Boje in das rund 130 Kilometer entfernte Chaohu zu bringen.

Gewässer mit Blaualgen verseucht

Im dortigen Chao-See soll die Boje das Wasser unter die Lupe nehmen. Das ist bitter nötig, denn das Gewässer ist hochgradig mit Blaualgen verseucht. Mehrere Millionen Menschen in der Region beziehen aber noch immer ihr Trinkwasser aus dem See.

Die Technik aus Magdeburg soll das städtische Wasserwerk über den Algen-Befall informieren. Vor allem bei hohen Temperaturen blühen die Wasserpflanzen, die durch Pflanzennährstoffe wie Phosphor und Stickstoff entstehen. Diese Stoffe sind im Dünger für Äcker und Wiesen enthalten, deren Überreste in den See gelangen.

Boje soll belastete Bereiche aufspüren

Die Stadt Chaohu pumpt derzeit nur an einer Stelle Wasser aus dem Chao-See. Die Magdeburger Forscher wollen mithilfe der Boje untersuchen, wo und wann der Algenbefall auf dem Gewässer besonders hoch ist. „Wir hoffen, dass es Bereiche gibt, die weniger von der Blaualge betroffen sind“, sagt UFZ-Projektleiter Karsten Rinke. Dann könnte es sinnvoll sein, die Stelle, an der das Wasser entnommen wird, zu verlegen.

Mit rund 280 000 Euro wird die Arbeit der Magdeburger vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Das Forschungsgerät wurde gemeinsam mit der TU Dresden und weiteren Unternehmen entwickelt und ist etwa drei Meter lang. Der Schwimmkörper kann sich sechs Wochen lang autonom mit Energie versorgen und hat selbst reinigende Sensoren. Zuletzt untersuchte die Boje die Wasserqualität im Stausee der Rappbode-Talsperre (Landkreis Harz).