Magdeburg l Einmal etwas zu schnell gefahren, das rote Licht blitzt grell auf und wenig später steckt der Bußgeldbescheid im Briefkasten. In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt ist seit 2014 ein kostendeckendes Geschäft. Über rund 786.000 Euro durfte sich die Magdeburger Stadtkasse im vergangenen Jahr freuen. Kein Wunder, dass über die Anschaffung weiterer Blitzgeräte nachgedacht worden war. Zwar wurde dieser Vorschlag nicht umgesetzt, doch die vorhandenen sollten effektiver eingesetzt werden.

Auch in Wernigerode ist das Ordnungsamt darauf bedacht, Geld mit Blitzern einzunehmen und so für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen. Zwar kostet ein neues Gerät zur Tempokontrolle mehr als 160.000 Euro, doch durch die dann mögliche Rund-um-die-Uhr-Messung könnten bis zu 170.000 Euro eingenommen werden, rechnete die Verwaltung vor. Und es setze ein Erziehungseffekt ein.

In Stendal wird ab 2017 mit einem neuen mobilen Lasergerät geblitzt. „Vorteile der Lasertechnik sind ein flexiblerer Einsatz, etwa auch in Kurven, und eine bessere Bildqualität zur Fahreridentifizierung", begründete Rathaussprecher Klaus Ortmann die 90 000-Euro-Investition. Zusammen mit dem mobilen Messgerät und der stationären Anlage im Ortsteil Buchholz hat die altmärkische Kommune knapp 263.000 Euro eingenommen.

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Millioneneinnahmen in Göttingen

Deutschlandweit bringt beispielsweise die Radarfalle auf der A7 vor der Werrabrücke bei Hann. Münden dem Kreis Göttingen seit 20 Jahren Millionen-Einnahme. 2015 wurden von dem Blitzgerät mehr als 48.000 Temposünder erwischt, teilte ein Verwaltungssprecher mit. Insgesamt kassierte der Landkreis Göttingen im vergangenen Jahr gut 4,8 Millionen Verwarn- und Bußgelder von Verkehrssündern, rund zwei Drittel aller Betroffenen wurden auf der A7 geblitzt.

Unter vielen Autofahrern hat es sich allerdings inzwischen herumgesprochen, dass der Abschnitt überwacht wird. In früheren Jahren, etwa 2007, waren dort zum Teil mehr als 100.000 Temposünder geblitzt worden. Die Radaranlage an dem mit acht Prozent Gefälle gefährlich steilen Autobahnstück war 1996 installiert worden, weil sich schwere Unfälle gehäuft hatten. Seither dürfen Autos dort nur noch Tempo 100 und Lastwagen nur noch Tempo 60 fahren.

Neue Technik in Niedersachsen

In Niedersachsen wird seit dem Sommer ein sogenannter Streckenradar getestet. Dabei werden Autofahrer auf einer längeren Strecke überwacht. Dabei wird beim Einfahren in die Zone ein verschlüsseltes Foto erstellt, ebenso beim Verlassen. Wird dann eine Tempoüberschreitung festgestellt, wird ein drittes, klassisches Blitzerfoto angefertigt. Ob die Anlage in Deutschland zum Einsatz kommen kann und wird, entscheidet am Ende die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig.

In Österreich und den Niederlanden gibt es die sogenannte Section Control bereits seit Jahren.