Magdeburg l Wenn die Mitarbeiter der Bohrgesellschaft Roßla ausrücken, tun sie das meist mit schwerem Geschütz. Die Firma aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz ist auf Erkundungsbohrungen auf Land, Wasser sowie Bohrungen in schwer zugänglichem Gelände mit Hubschraubereinsatz spezialisiert.

Mit teils tonnenschweren Spezialmaschinen sind sie in Deutschland und im Ausland gefragt. Derzeit laufen etwa Bohrungen für den Bau eines U-/S-Bahn-Tunnels in München und Schadstoff-Erkundungsbohrungen in Buna.

Komplexe Bohrungen

Zum Portfolio gehören komplexe Bohrungen im Tunnel oder auf engstem Raum, mit eigenen Pontons wird auf Gewässern gearbeitet. Mit seinen Erkundungen ist das mittelständische Unternehmen bei Bohrprojekten für die Informationsbeschaffung zuständig. Welche Gesteinstypen oder geologischen Schichten warten im Untergrund? Wie hoch ist der Grundwasserspiegel? Welche mineralischen Rohstoffe gibt es? Um diese Fragen zu klären, wird bis in Tiefen von 700 Meter gebohrt. 130 Mitarbeiter beschäftigt die Bohrgesellschaft mit Firmensitz nur wenige Kilometer vom Kyffhäuser entfernt. Umsatz im vergangenen Jahr: zehn Millionen Euro.

Die Corona-Krise meistert das Unternehmen. „Wir haben keine Auftragsrückgänge zu beklagen“, sagt Geschäftsführer Kai-Uwe Koch. Das liege auch daran, dass bei den meisten Projekten der Bund Auftraggeber ist. Gegründet wurde die Firma 1948. Spezialgebiet anfangs: Brunnen- und Gleisbau. 1973 folgte die Umwandlung in einen VEB. Der Weg zur GmbH 1990 war zunächst steinig. Die Zahl der Kunden wuchs in den Nachwendejahren aber schnell an. Für die Zukunft fühlt sich die Bohrgesellschaft gewappnet. In den kommenden Jahren wolle man moderat wachsen, so Geschäftsführer Koch.