Tornitz l Die Volksstimme fragt Betroffene, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. Das Gespräch führte Massimo Rogacki.

Volksstimme: Wie geht es Ihnen?

Hendrik Henschel: Ganz gut, würde ich sagen. Die Auswirkungen von Corona sind bei uns noch nicht so drastisch.

Sie fertigen und montieren Landtechnik, Treppen, Geländer, Brücken und Hallen und sind als Zulieferer für Industriekunden tätig. Herrscht bei Metallbauern noch gar keine Krisenstimmung?

Wie es bei anderen Unternehmen aussieht, kann ich nicht sagen. Was man sagen kann: Auch bei uns gehen die Aufträge mittlerweile verhaltener ein. Derzeit haben wir aber noch genug zu tun. Wie es sich am Ende des Jahres darstellt, lässt sich nur schwer vorhersehen.

Sie sind also darauf vorbereitet, dass die Lage sich verschlechtert?

So gut man sich eben darauf vorbereiten kann. Gerade in der Baubranche kommen Krisen ja meist erst mit Verspätung an. Klar ist: Die Investitionen der Kunden könnten nachlassen.

Sie haben bislang keine Hilfen in Anspruch genommen. Könnte sich das ändern?

Über Hilfen brauchen wir nach derzeitigem Stand noch nicht nachzudenken. Auch Kurzarbeit ist kein Thema bei uns.

Sie sind ein mittelständisches Familienunternehmen mit 155 Mitarbeitern. Freut es Sie, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier  Hilfen für den Mittelstand ins Spiel bringt?

Wir beobachten natürlich ganz genau, welche Möglichkeiten für den Fall der Fälle existieren. Es ist gut, dass es die Hilfen gibt.

Müssen Investitionen dieser Tage zurückgestellt werden?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir Investitionen bereits getätigt haben. Zuletzt haben wir mehrere Millionen Euro für die Anschaffung von Maschinen in die Hand genommen.

2019 hat Henschel 100-jähriges Bestehen gefeiert? Haben Sie Angst vor der Zukunft?

Nein, ich gehe davon aus, dass wir auch diese Krise überstehen werden.