Klötze l Bobei — so heißt eines der jüngsten veganen Trend-Produkte von Kirstin Knufmann und ihrer PureRaw-Knufmann-GmbH aus Klötze (Altmarkkreis Salzwedel). Im Lager des 2010 gegründeten Unternehmens in einem unscheinbaren Flachbau in Klötze öffnet Knufmann die Büchse mit dem Mikroalgenpulver, das als Ersatz für Butter und Ei dient. Goldgelb sieht es aus. Kuchen, Desserts und andere Leckereien gelingen spielend leicht, verspricht die 38-jährige Unternehmerin, die ganz nebenbei noch Kochbuch-Autorin und Fotografin ist.

Für Bobei gab es kürzlich einen der begehrten Hugo-Junkers-Preise in der Sparte Ernährungswirtschaft. Zukunftsweisende Projekte und Produkte aus Wirtschaft und Wissenschaft im Land werden mit dem Preis bedacht.

Passt haargenau. Denn Kirstin Knufmann bedient mit ihren roh-veganen Produkten den Zeitgeist. Von Klötze aus gehen die Produkte mit Algen und sonstige Superfoods in alle Welt. Wichtigster Markt bei veganen Lebensmitteln ist Deutschland vor Großbritannien und den USA.

Obwohl sich weniger als ein Prozent der Deutschen vegan ernährt, wachse das Interesse und die Begeisterung für vegane Lebensmittel auch bei Menschen, die sich nicht explizit auf diese Ernährungsform festgelegt hätten, beobachtet Kirstin Knufmann. Eine Alternative zu Tierprodukten, bewusstere Ernährung – Experten erwarten, dass der Markt für entsprechende Lebensmittel noch weiter wächst.

Umsatzzahlen ihrer Firma möchte Knufmann nicht nennen. Dass es gut läuft und sie mit PureRaw einen noch größeren Kundenkreis erschließen möchte, daraus macht die blonde Frau, die sich seit fünfzehn Jahren überwiegend roh-vegan ernährt, keinen Hehl. Die Lagerkapazitäten in Klötze sollen ausgebaut werden, die zwölf festangestellten Mitarbeiter könnten in naher Zukunft weitere Verstärkung bekommen.

Netzwerken auf Messen

Und bei einem der wichtigen Inhaltsstoffe für ihre Produkte – der Chlorella-Alge – setzt die Firma auf die von Knufmanns Ehemann betriebene Mikroalgen-Farm in Klötze – die in den nächsten Jahren auch ausgebaut werden soll. Die Algen gedeihen dort in insgesamt 500 Kilometer langen Glasröhren. Gezüchtet wird mittels Mikrofermentation selbst. Weiterverarbeitet wird das vitaminreiche „Supergemüse“ zu Presslingen und Pulver. In vielen ihrer Produkte sind außerdem Spirulina-Algen enthalten, etwa in der Instant-Trinkmischung Einhorn-Zauber. Auch die trifft einen Nerv der Zeit. Milch und anderen Flüssigkeiten verleiht das Pulver einen verlockenden Blauton. Einhörner ziehen derzeit. Mit ihren Produkten und neuen Ideen präsentiert sich Knufmann regelmäßigauf Messen. Wichtig, um die Bekanntheit zu steigern, sagt sie.

Neben dem Online-Shop, einem Blog und ihrer Social-Media-Präsenz nutzt die Geschäftsfrau weitere Gelegenheiten, um PureRaw bekannter zu machen. Als Nächstes steht „Bestform“ an. Der von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) ausgelobte Landeswettbewerb würdigt seit 2013 gemeinsame Entwicklungen von Kreativen und ihren Wirtschaftspartnern. Noch bis 18. April können Firmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt ihre Ideen einreichen. Der erste Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Für den roh-veganen Lebensstil und gesunde Ernährung will Kirsten Knufmann weiter Begeisterung entfachen. Und Algen, die sind für sie ohnehin das Lebensmittel der Zukunft. Am Standort im beschaulichen Klötze fühlt sich die Geschäftsfrau mit ihrer Firma bestens aufgehoben.