Hannover/Oldenburg (dpa) l Das Drehen an vielen Stellschrauben in der Nutztierhaltung führt zur Verringerung des Antibiotika-Einsatzes. Dass der Verbrauch an Antibiotika sinkt, zeigen die Zahlen: Wurden 2011 noch 1024 Tonnen Antibiotika an Tierärzte und Tierarztpraxen in den niedersächsischen Postleitzahlengebieten ausgegeben, waren es 2016 nur noch 423 Tonnen, heißt es dazu aus dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover.

Dass die Landwirte die Verwendung von Antibiotika reduzieren konnten, liegt nach Angaben der Landwirtschaftskammer in Oldenburg an einer Vielzahl von Maßnahmen. Dazu gehören Impfprogramme, die Verbesserung von Haltungsbedingungen wie etwa dem Stallklima, strengere Hygieneregeln für das Stallpersonal oder Hygieneschleusen an den Stalltüren oder Gesundheitsmonitoring für neu hinzugekommene Tiere, erklärt Kammer-Sprecher Wolfgang Ehrecke.

Ein wichtige Rolle spielt bei der Verringerung des Antibiotika-Einsatzes in der Landwirtschaft die Beratung der Landwirte. Das geschieht sowohl persönlich als auch über die Plattform "Aniplus". Besonders intensiv berät die Kammer die Schweinehalter.

Laut Kammer müssen Landwirte den Einsatz von Antibiotika vierteljährlich dokumentieren. Betriebe, in denen überdurchschnittlich häufig Antibiotika eingesetzt werden, müssen einen Maßnahmenplan vorlegen, aus dem hervorgeht, was die Betriebsleitung unternimmt, damit der Einsatz zurückgeht. Die Kontrolle dieses Prozesses obliegt dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).

Beim Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sind Wartezeiten vorgeschrieben: Erst wenn die Wirkstoffe vollständig verstoffwechselt und ausgeschieden sind, dürfen das Fleisch oder die Milch von Kühen in den Verkauf gebracht werden.