Magdeburg/Sangerhausen l Nach Volksstimme-Informationen hat die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) Heinrich von Nathusius bereits Ende März aufgefordert, Subventionen in Höhe von 922.000 Euro zurückzuzahlen. Der frühere Chef des Fahrradherstellers Mifa verweigert allerdings die Zahlung. Wie die Volksstimme erfuhr, soll von Nathusius bei der IB Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt haben. Ein Sprecher der Förderbank wollte den Vorgang nicht bestätigen. Heinrich von Nathusius war am Donnerstag für die Volksstimme nicht zu erreichen.

Von Nathusius hatte im vergangenen Jahr einen Bescheid über 2,85 Millionen Euro Fördergeld für den Bau der neuen Werkshalle des Fahrradbauers erhalten. Wegen der Insolvenz von Mifa im Januar dieses Jahres hatte die IB aber nur gut 922.000 Euro an von Nathusius überwiesen. Die rund 17 Millionen Euro teure Halle gehört der Vermögensgesellschaft der Familie. Mifa sollte das Gebäude für rund 120.000 Euro im Monat mieten.

Auflagen nicht erfüllt

Der Förderbescheid des Landes war mit Auflagen verbunden: Unter dem Dach des Werks sollten mindestens 500 Mitarbeiter beschäftigt werden. Während der Insolvenz-Phase war die Mifa-Belegschaft allerdings auf 130 Beschäftigte geschrumpft.

Den Widerspruch von Heinrich von Nathusius bearbeitet derzeit die Investitionsbank. Eine Einigung ist nicht ausgeschlossen. Denkbar ist, dass das Land auf einen Teil der Fördersumme verzichtet. Kommen von Nathusius und IB nicht überein, muss ein Gericht die Sache klären.

Investor gibt Angebot ab

Unterdessen laufen Gespräche um die Zukunft des Fahrradbauers weiter. Ein deutscher Fahrradhersteller hat starkes Interesse an Mifa. Nach Volksstimme-Informationen soll der Interessent auch bei Heinrich von Nathusius ein Angebot über den Kauf der neuen Halle abgegeben haben. Zuletzt war von Nathusius, der vor seinem Engagement bei Mifa den Automobilzulieferer Ifa Rotorion in Haldensleben aufgebaut hatte, wegen Insolvenzverschleppung angezeigt worden. In dem Fall ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Halle.

Von Nathusius war gemeinsam mit seiner Familie vor zwei Jahren bei Mifa eingestiegen. Im Januar 2017 musste der Fahrradbauer Insolvenz anmelden.