Meerbusch (dpa-infocom) - Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive - Cloud-Speicherdienste sind zweifellos praktisch, viele Nutzer sind ihnen gegenüber aber auch aus gutem Grund misstrauisch.

Sie stellen sich wichtige Fragen: Können die Anbieter zum Beispiel die in die Cloud geladenen Inhalte einsehen? Können Hacker die Dateien beim Upload abfangen?

Ein neuer Web-Dienst namens Whisply möchte diese Skepsis gegenüber Cloud-Services etwa eindämmen. Denn Whisply verschlüsselt Dateien vor dem Hochladen mit einem sicheren Verfahren, so dass nur noch ausgewählte Nutzer Zugriff darauf haben. Die Server-Betreiber können dann schon aus rein technischen Gründen nicht spionieren, selbst wenn sie wollten.

Über die Internetseite whisp.ly lädt der Anwender bis zu fünf Dateien parallel hoch. Whisply nimmt diese entgegen, verschlüsselt sie noch lokal im Browser und leitet sie wunschgemäß an Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive weiter. Dort landen sie in einem separaten Verzeichnis, damit verschlüsselte von unverschlüsselten Daten unterschieden werden. Voraussetzung ist, dass der Nutzer bei einem dieser Dienste ein Konto besitzt. Weitere Speicheranbieter werden derzeit noch nicht unterstützt.

Standardmäßig haben nur Benutzer Zugriff, die auch den Freigabe-Link kennen. Wer noch mehr Sicherheit verlangt, sperrt den Download mit einer PIN oder einem Passwort. So benötigen Anwender zum Herunterladen beides: Link und PIN/Passwort. Auf diese Weise kombiniert Whisply den Komfort der Cloud mit der Sicherheit der Verschlüsselung - und das alles lediglich über den Browser.

Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Testphase. Der Anbieter garantiert zwar nicht dafür, dass der Dienst bereits reibungslos funktioniert. Doch da bereits im ersten Halbjahr 2016 die finale Version veröffentlicht wird, sollte es zu keinen größeren Problemen mehr kommen. Derzeit ist Whisply komplett kostenlos. Ab dem nächsten Jahr soll es dann eine abgespeckte Gratis- sowie eine Bezahl-Version mit erweiterten Features geben.

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