Breitenfeld l „Wir brauchen noch Bier.“ „Wer kümmert sich um die Bratwurst?“ „Wieviel Cola wollen wir holen?“ Im Dorfgemeinschaftshaus in Breitenfeld sitzen 9 der 14 Mitglieder um den Tisch. Ingo Kaufhold schreibt Posten für Posten mit. Die Initiative Dorfgemeinschaft schmiedet Pläne für das Osterwochenende. Am Ostersonnabend wollen sich die Freiwilligen zum Arbeitseinsatz am Feuerwehrhaus treffen und aufräumen, abends soll dann das Feuer entfacht werden.

Die Gruppe ist noch sehr jung. Ende Februar haben einige Aktive die Einwohner des Ortes zur Versammlung eingeladen und nach Leuten gesucht, die sich für ihren Heimatort einsetzen und Veranstaltungen für Breitenfeld organisieren wollen. Hintergrund ist, dass die Feuerwehr, die bisher einen Großteil dieser Arbeit übernommen hat, inzwischen sehr klein geworden ist und nicht mehr genug Mitglieder hat. Auch von Seiten des Ortschaftsrates gebe es zu wenig Aktivitäten.

Vorwürfe gegen Ortschaftsrat

Zur ersten Versammlung waren rund 50 Männer und Frauen erschienen. Daraus hat sich nun ein Kreis von etwa 14 Personen gebildet, die sich um die Organisation kümmern. Wichtig ist der Gruppe jedoch, dass sie kein organisierter Verein oder Club sind. „Wir sind eine reine Privatinitiative von Breitenfeldern für Breitenfelder“, stellt Ingo Kaufhold klar. Auch sei die Feuerwehr weiterhin mit eingebunden. Der Wehrleiter Eckehard Mehnert gehört mit zum Team. Besonders stolz ist die Gruppe darauf, dass sie inzwischen „Leute aus allen Straßen“ in ihren Reihen haben.

Die erste Aktion der Gruppe war die Organisation einer Grünkohlwanderung. Bisher war hierfür die Feuerwehr federführend. Rund 50 Teilnehmer, einschließlich der Kinder, waren mit dabei, eine Zahl, mit der die Mitglieder sehr zufrieden sind. Mit dem Osterfeuer und der Putzaktion ist nun die nächste Aktion geplant. Außerdem will die Dorfgemeinschaft einen Pfingstbaum aufstellen, ein Kinderfest feiern und einen Adventsmarkt organisieren. Für das Kinderfest und den Adventsmarkt hat die Gruppe nun einen Antrag auf Brauchtumsmittel beim Ortschaftsrat gestellt.

Nicht gut zu sprechen ist die Initiative jedoch auf den Ortschaftsrat und vor allem auf Bürgermeister Bernd Wießel, dem Kaufhold vorwirft, „dass nichts mehr passiert im Ort“. In den 1950er und 1960er Jahren sei Breitenfeld ein „Dorf voller Kultur“ gewesen, nun tue sich nichts mehr.

Zu wenig Feuerwehrleute

Wießel möchte diesen Vorwurf allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Dass es so wenig Aktionen in Breitenfeld gebe, liege vor allem daran, dass die Feuerwehr als Veranstalter ausgefallen sei. Sie hätte einfach zu wenig Mitglieder, um noch Aktionen für das Dorfleben zu gestalten. Er wies darauf hin, dass der Ortschaftsrat seit Jahren die Rentnerweihnachtsfeier ausrichte und auch bis vor kurzem immer ein Kinderfest organisiert habe. Grundsätzlich halte er das Engagement der neuen Dorfgemeinschaft aber für gut. „Ich bin froh, dass wir Leute haben, die das machen“, sagte er. Wer bei der neuen Initiative mitmachen möchte, kann gern die Mitglieder ansprechen oder zum nächsten Treffen kommen: Mittwoch, 9. Mai, ab 19 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus.