Berlin (dpa) - Die Produktion um die europäische League-of-Legends-Liga LEC wird immer aufwendiger. Über die Jahre hat Entwickler Riot Games in Berlin eine professionelle TV-Produktion aufgebaut. Doch für die Posten vor der Kamera fehlt der Nachwuchs - sagt Kommentatorin Indiana "Froskurinn" Black.

Dieser Mangel habe sich vor allem in der Weltmeisterschafts-Vorrunde bemerkbar gemacht. Nur zwei statt sonst drei Menschen kommentierten die Spiele gleichzeitig. "Einfach aus dem Grund, dass wir nicht genug Kommentatorinnen und Kommentatoren hatten", sagt Froskurinn im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Um den Pool an Menschen für Moderation, Kommentar und Analysen zu erweitern, müsse Nachwuchs her. "Ich denke, es gibt viele Talente, die in das Produktions-Team wollen. Aber es scheint, als gebe es keine klare Pipeline, um sie in etablierte Ligen wie die LCS oder LEC zu kriegen", sagt Froskurinn. Ein Rekrutierungsprogramm würde allerdings Ressourcen kosten, die man nicht habe.

Ein möglicher Weg, an neue Talente für die größeren Ligen zu kommen, seien regionale Ligen und deren Produktions-Teams. "Warum geben wir die WM-Vorrundenspiele nicht als Entwicklungsmöglichkeit an die EU-Masters-Caster weiter? Dieses Jahr mussten wir fast all unsere Talente, die wir sonst bei der WM haben, bei den Vorrundenspielen einsetzen", sagt Froskurinn.

Auch interessierte Profispieler könne während oder nach ihrer Karriere in die Produktion einladen. Froskurinns Erfahrungen sind hier durchaus positiv: "Es ist normalerweise sehr einfach, mit Ex-Profis zu arbeiten. Solange man die richtigen Fragen stellt, haben sie darauf immer eine Antwort, weil es um League of Legends geht - und über das Spiel wissen sie mehr als alle anderen."

Marc Robert "Caedrel" Lamont hat diesen Schritt in diesem Jahr gewagt und neben seiner Tätigkeit als Spieler für Excel Esports viele Spiele der LEC-Übertragung analysiert und kommentiert. Auch er würde sich über mehr Profispieler im Team freuen, sieht aber einige Hürden beim Einstieg: "Es ist ein Talent, das schwer zu erlernen ist - vor allem, wenn du sehr introvertiert bist", sagt Caedrel.

Für den nun freiberuflich arbeitenden ehemaligen Profispieler war die Anpassung an die neuen Anforderungen allerdings nicht schwer. "Ich hatte viele Personen um mich herum, die mir gesagt haben, was ich besser machen kann."

So arbeite man zwischen den Übertragungen im großen Team gemeinsam an der eigenen Leistung. "Jedes Mal, wenn die Übertragung zu Ende war, haben sie mir gesagt, was sie gut und was sie schlecht fanden", sagt Caedrel. "So wurde ich wirklich zufrieden mit mir selbst."

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