München (dpa) - Beim Ausblick auf die Weltmeisterschaft und seinen ersten Auftritt im Team der olympischen Silber-Helden grinste Leon Draisaitl. "Vielleicht planen sie ja nicht mehr mit mir", sagte der Stürmer in Hinblick auf die Auswahl um Bundestrainer Marco Sturm.

Das war natürlich ein Witz, gerade der Star aus der Eliteliga NHL soll das deutsche Team zum zweiten Eishockey-Höhepunkt 2018 führen. Aus der Ferne kündigte Draisaitl ebenso seine Teilnahme an der WM in Dänemark an wie Abwehr-Routinier Dennis Seidenberg.

Die beiden NHL-Profis werden bei den anstehenden WM-Tests am Samstag in Weißwasser und am Sonntag in Dresden jeweils gegen die Slowakei noch fehlen. Für die Partien holte Sturm Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt) und Björn Krupp (Grizzlys Wolfsburg) als erste Olympia-Teilnehmer in den Rumpfkader. Auch die Krefelder Stürmer Marcel Müller und Daniel Pietta sowie Youngster Frederik Tiffels aus der zweitklassigen Nordamerika-Liga AHL kommen neu dazu.

Kölns Moritz Müller wird nach einer intensiven Saison noch geschont. Teamkollege Felix Schütz hatte selbst in einem Interview seinen WM-Verzicht angekündigt; der DEB bestätigte das offiziell noch nicht. Die Profis der vier DEL-Halbfinalisten fehlen Sturm ebenso noch.

Eine der spannendsten Fragen vor jedem WM-Turnier ist aber immer, welche NHL-Cracks Zeit, Lust und Kraft haben für die Zugabe im Dress des Deutschen Eishockey-Bundes. An Motivation dürfte es Draisaitl und Seidenberg nicht mangeln: Die beiden verpassten mit ihren Teams die Playoffs und wollen nun mit dem DEB-Team jubeln. Bei Olympia in Korea fehlten sie, weil die NHL ihre Saison nicht unterbrechen wollte.

Während Draisaitls dritte WM-Teilnahme nacheinander für ihn vor allem eine Frage der Ehre ist, geht es bei Seidenberg um mehr: Der 36 Jahre alte Verteidiger kämpft um einen neuen Vertrag in der NHL und kann für sich werben. Sein Kontrakt bei den New York Islanders läuft aus. "Ich werde die Weltmeisterschaft im Mai spielen und dann schauen wir weiter", sagte er. Vor einem Jahr war er beim Heim-Turnier zum besten Abwehrspieler der WM gewählt worden. Er will in New York bleiben, aber auch ein Wechsel - sogar zurück nach Deutschland - ist möglich.

Für Bundestrainer Sturm ist Seidenberg ein wichtiger Spieler, vor allem nachdem Christian Ehrhoff seine Karriere beendet hatte. Der Coach will in diesen Tagen mit den Übersee-Profis, die nicht in den Playoffs spielen, telefonieren. Wann sie zum Team stoßen, ist offen. Seidenbergs Teamkollege Thomas Greiss sagte, er sei noch "unentschlossen", ob er die WM spielen wolle.

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