München (dpa) - Dieser EHC Red Bull München ist also doch schlagbar. Das 1:3 in der Champions League in Schweden dürfte die nationale Konkurrenz des bislang so famos dominanten Vizemeisters aber kaum beruhigen.

Schließlich war das Match in Karlstad für die Truppe von Coach Don Jackson sportlich wertlos, sie stand bereits als Gruppensieger fest. Darüber hinaus wurden gleich neun Leistungsträger geschont, wegen eines kurzfristigen Ausfalls musste gar Sportdirektor Christian Winkler kurioserweise als zweiter Torhüter einspringen.

Die erste Münchner Pflichtspiel-Niederlage der Saison nach regulärer Spielzeit hat also keine Aussagekraft über die Form des Teams vor dem Spitzenspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Donnerstagabend (19.30 Uhr/Magentasport) beim ersten Verfolger Straubing Tigers.

Wobei der Begriff "Verfolger" für die zweitplatzierten Niederbayern schmeichelhaft ist - liegen die Tigers doch zwölf Punkte hinter München. Die Red Bulls haben alle bisherigen elf Liga-Partien glatt gewonnen und einen spektakulären DEL-Rekord aufgestellt. "Das ist unglaublich zurzeit", sagte Torwart Kevin Reich. "Es läuft gerade einfach", meinte Youngster Justin Schütz.

An dem Lauf ist Schütz mitverantwortlich. Der 19-Jährige, der am Dienstag auch in der Champions League in Schweden ein Tor schoss, war im Sommer eigentlich als Ergänzungsspieler vorgesehen. Zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Kumpel John Jason Peterka sollte er behutsam aus der Red-Bull-Akademie an den Profi-Betrieb herangeführt werden. Von vorsichtigem Herantasten hielten die Turbo-Teenager aber nichts, mit jeweils drei Toren und zusätzlich drei (Schütz) respektive zwei (Peterka) Assists sorgte das Duo bislang für Furore.

"Die haben nicht nur das Selbstvertrauen, das Richtige mit Puck zu tun, sondern wissen auch defensiv, was sie machen müssen", lobte Trainer Jackson seine Nachwuchsakteure. Peterka muss als Minderjähriger noch mit einer Gittermaske als Gesichtsschutz spielen.

Junge Wilde, erfahrene Haudegen und namhafte Stars aus Übersee: Mit diesem Erfolgskader spielen die Münchner national bislang in einer eigenen Liga. "The Sky is the limit" - der Himmel ist die Grenze, sagte Coach Jackson. Diesen Spruch bringt er schon seit Jahren, doch selten zuvor passte er so. Der frühere NHL-Spieler Chris Bourque und Altmeister Philip Gogulla als Neuzugänge sowie Spielmacher Mark Voakes und der Olympia-Zweite Yasin Ehliz punkteten in der Saison bereits zweistellig. Und auch die Goalies Danny aus den Birken und Kevin Reich "spielen fantastisch", attestierte Trainer Jackson.

Der DEL-Rekordcoach lobt die "großartige Balance im Team, wenn man auf das Scoring schaut". Das Red-Bull-Aufgebot sucht seinesgleichen in der Liga - selbst Meister Adler Mannheim musste das beim deutlichen 2:7 daheim gegen die furiosen Münchner schon erfahren.

Vor den ebenso überraschenden Straubingern hat der EHC standesgemäß keine Angst. "Ganz egal, gegen wen wir spielen: Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen und die Serie fortzuführen", sagte Schütz.

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