Krefeld (dpa) - Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm nutzt den Deutschland Cup zur Sichtung für mögliche WM-Kandidaten.

Vor seinem ersten Auftritt beim Vier-Nationen-Turnier in Krefeld sprach der 41 Jahre alte Finne mit der Deutschen Presse-Agentur über seinen Kader, über mögliche Rücktritte und die Bilanz seiner ersten Monate im Amt.

Söderholm über seine Erwartungen an den Deutschland Cup:

"Ich gehe in jedes Spiel mit hohen Erwartungen. Ich bin optimistisch, dass sich die Jungs gut bewähren. Ich weiß nicht ganz genau, mit welchen Qualitäten die anderen Mannschaften kommen. Ich bin immer blauäugig bei den eigenen Spielern."

Söderholm über seinen Kader, in dem nur sechs WM-Teilnehmer sind:

"Wir haben Spieler, die älter sind und die Champions League spielen. Wenn ich noch dazu beitrage, dass die Jungs im April komplett am Ende sind - ich weiß nicht, ob das das Beste für die Jungs ist. Sie müssen eine Pause kriegen, so dass sie am Ende der Saison noch ihr bestes Eishockey spielen können. Zum anderen gibt es auch Spieler, die nicht bei der WM dabei waren und die nicht Champions League spielen und für mich auch hochinteressant sind. Ich muss jetzt einige Jungs ausprobieren, damit ich weiß, was die können."

Söderholm darüber, ob er sich mit diesem Kader schon für die Zukunft und mögliche weitere Rücktritte wappnet:

"Aus meiner Sicht muss man immer die Zukunft im Kopf haben - wie schaut es aus in einem Jahr, wie schaut es in zwei Jahren aus. Die Planung ist jetzt auch schon für Olympia. Wir haben den Platz sicher, wir können auch da langfristig planen."

Söderholm über mögliche Rücktritte vor den Winterspielen 2022:

"Ich gehe davon aus, dass nicht alle, die jetzt in der Nationalmannschaft sind, dann noch dabei sind. Wer das ist, das kann ich nicht sagen. Aber ich muss davon ausgehen, dass es möglich ist."

Söderholm über die auffälligen jungen deutschen Spieler in dieser DEL-Saison und das Nachwuchsproblem im deutschen Eishockey:

"Ich glaube, es ist eine sehr positive Entwicklung, die wir jetzt sehen. Aber es gibt noch viel mehr zu tun."

Söderholm über sein seine ersten zehn Monate als Bundestrainer:

"Es macht einen Riesenspaß. Es ist wirklich eine Ehre, mit den Jungs zu arbeiten. Wir haben Spieler, die ganz oben bei den Besten in der Welt sind. Wir haben Spieler, die sehr motiviert sind. Wir haben Spieler, die richtig viel Potenzial haben - aus irgendwelchen Gründen haben sie noch nicht ihr Potenzial erreicht. Wir haben junge Spieler, die für Interesse in Nordamerika sorgen. Ich war viel unterwegs. Ich kann nicht sagen, dass es stressig war."

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