Berlin (dpa/tmn) - Greift das Baby zur Gabel der Mutter, ist klar: Es wird Zeit für den Brei. Doch welcher ist der beste? Experten sagen dazu: Getreu ihrem Namen Mischkost sollte die gesunde Kinderernährung vielfältig sein - in allen Belangen.

Nur bei Lutschkeksen, Hirseriegeln und Co. gilt eine andere Regel: "Solche Zusatzgaben sind nicht notwendig", sagt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Gut gemischt und der Reihe nach

"Der Brei kommt nicht nach dem Stillen, sondern mit ihm", sagt Prof. Mathilde Kersting von der Forschungsabteilung Kinderernährung der Uni-Kinderklinik Bochum (FKE). "Oft denken die Leute, dass mit dem ersten Brei das Stillen zu Ende ist. Er ist aber eine Bei-Kost, also eine Beifütterung, keine Abstillkost."

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt eine Reihenfolge zur Orientierung vor: Zu Beginn gibt es den Gemüsebrei mit Fleischzusätzen, dann folgt zusätzlich der Getreide-Milch-Brei, zwischen dem siebten und achten Monat kann das Baby schließlich einen Getreide-Obst-Brei testen. "Diese Reihenfolge entspricht den physiologischen Veränderungen der Kinder", sagt Kinderarzt Fegeler.

Wann der erste Brei eingeführt wird, ist je nach Kind unterschiedlich. Empfohlen wird er zwischen dem fünften und dem siebten Monat. Dann werden die Kinder zunehmend aufmerksamer. "Wenn das Kind Interesse am Essen der Eltern zeigt, kann man ihm mal einen Löffel mit Gemüsebrei oder einer zerquetschten Kartoffel zum Mund führen. Reagiert es, kann man es versuchen", sagt Kersting. Fortan stellt sich die Frage: Selberkochen oder Gläschen- und Pulverbrei?

Selbstgekocht ist besser - aber keine Pflicht

"Beim selbstgekochten Brei weiß man, was drin ist", sagt Fegeler. Auch mit Tiefkühlgemüse zu kochen, ist für den Kinderarzt zur Not in Ordnung. "Aber frisches ist natürlich besser. Und man braucht ja keine großen Mengen. Das kann man ohne Aufwand organisieren."

Kochen die Eltern die Mahlzeiten nicht selber, sind Fertigbreis auch ausreichend. "Man kann auch nur Fertigbreis geben", sagt Kersting. Wenn es ein Fertigprodukt sein soll, präferiert die Expertin den fertigen Pulver-Milchbrei vor dem Milchbrei aus dem Gläschen.

Vielfalt ist gesund

Allerdings erreicht man bei der Gläschenkost nicht so leicht eine Geschmacksvielfalt wie beim Selberkochen. "Und je vielfältiger, desto sicherer können die Eltern sein, dass ihr Kind alle benötigten Nährstoffe aufnimmt", sagt Kersting. Deswegen könnte man schon von Beginn an täglich das Gemüse wechseln.

Salziges und süßes sollte man aber vermeiden, solange das Kind wie ein Baby ernährt wird. Zur Not kann man mit Obst süßen. "Studien zeigen, dass schon im Baby-Alter das spätere Verhalten gebahnt wird. Es gibt quasi ein Gedächtnis für süße Nahrung", sagt Fegeler.

Nach der Milch kommt Wasser - und kein Saft

Oft unterschätzt werden hier die Getränke. "Eltern sollten ihre Kinder erst dann an andere Flüssigkeiten als Milch gewöhnen, wenn drei Breie auf dem Tagesplan stehen", sagt Kersting. Die Expertin empfiehlt Leitungswasser. Tee aus Teebeuteln kann es mal geben, Saft oder Saftmischungen eher nicht.

Und wie schaut es mit Waffeln, Lutschkeksen oder Hirsekringeln aus? "Babys brauchen keine Snacks", sagt Kersting entschieden. Die Snacks sollten - wenn überhaupt - erst dann kommen, wenn man von den Babymahlzeiten auf die drei Hauptmahlzeiten der Kinderernährung übergeht. "Wenn sie sich immer irgendetwas reinschieben, verlieren sie leicht das Gefühl der Sättigung."

   

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