Wahlitz l Großformatig und mit knallenden Farben hängen die Gemälde von Frederik Nowottny in der St.-Dorotheen-Kirche. Sie ziehen die Blicke an, überzeugen mit Struktur, Tiefe und Geometrie. Die Acrylbilder, die teilweise aus bis zu zwölf Schichten Farbe bestehen, passen sich harmonisch in den Jahrhunderte alten Sakralbau ein. Die Gegensätzlichkeit der abstrakt gestalteten Gemälde in Kontrast zum romanisch-gotischen Stil der Kirche scheint mutig, ist aber tatsächlich äußerst erfrischend. Frederik Nowottnys Bilder erwecken den Eindruck, als gehörten sie hier hin, als seien sie für St. Dorotheen gemacht.

Ansprechende Gestaltung

„Auf Mitteldeutschlands größter Kunstmesse, der Kunst|Mitte in Magdeburg, sind wir auf Frederik Nowottny aufmerksam geworden“, berichtet Robert Richard, Vorstandsmitglied des Fördervereins St. Dorotheen. „Uns hat sofort die farbliche Gestaltung seiner Gemälde angesprochen und wir sind der Meinung, dass sie in der eher farblosen Kirche sehr gut zur Geltung kommen“, erklärt Robert Richard die Auswahl des Künstlers für die diesjährige Ausstellung.

Fotograf und Künstler

Frederik Nowottny, 1987 in Helmstedt geboren, arbeitet seit 2007 er als freiberuflicher und freischaffender Fotograf und Künstler. Seinen in Wahlitz gezeigten Bildern ist gemein, dass sie aus einer groben, rudimentären Idee in Bezug auf Format und Grundlasuren entstanden sind. „Alle anderen Elemente, Ebenen und vielfachen Schichten an Farbe, die mit verschiedensten Werkzeugen wie Pinsel, Spachtel, Malmesser, selbst gebauten Hilfsmitteln und auch mit der Hand aufgetragen werden, unterliegen eher dem Zufall und auch dem vorsätzlichen Kontrollverlust“, erklärt Frederik Nowottny sein Vorgehen.

Das Resultat sind abstrakte, kaum fassbare Kunstwerke, die zu Interpretationen einladen und beim Betrachten immer wieder überraschen.

Dem Abstrakten verschrieben

Davon konnten sich zahlreiche Besucher am Donnerstag Abend ihr eigenes Bild machen. Nach der Begrüßung der Gäste durch Robert Richard ergriff Frederik Nowottny selbst das Wort. „Da ich auch als Fotograf tätig bin, bei dem das Gegenständliche abgebildet wird, habe ich mich bei der Malerei dem Abstrakten verschrieben“, erklärt er den Gästen. „Ich freue mich, dass sie mich in diesem Jahr ausgewählt haben, die Ausstellung zu gestalten. Das Licht fällt bei Sonnenschein außerordentlich schön in die Kirche und bringt die Bilder wunderbar zur Geltung.“

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Michael Schenk an der Posaune. Nach dem offiziellen Teil nutzten viele Besucher die Möglichkeit, mit Frederik Nowottny ins Gespräch zu kommen. Der Künstler nahm sich viel Zeit, seine Gemälde, Intentionen und Techniken zu erklären.