Köln (dpa) - "Wie ist Ihre Frau denn so?", fragt eine Verkäuferin den von Christoph Maria Herbst verkörperten Erik Merz, als dieser ein Geschenk für sie kaufen will. "Schwer zu sagen", ist die Antwort. "Wie Erdbeereis." Früher habe ein Erdbeereis ausgereicht, um die Welt wieder in Ordnung zu bringen - so sei seine Frau Anne an guten Tagen. An schlechten sei sie eher wie Restessen: "Hat mal besser geschmeckt."

Christoph Maria Herbst (53) und Annette Frier (45) waren zuletzt als Herr Ärmel und Frau Waas im Kinofilm "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" zu sehen, davor als Liebespaar in der ARD-Serie "Hotel Heidelberg". Jetzt sind sie erneut die Hauptdarsteller einer Serie, diesmal beim ZDF, die am Gründonnerstag (18. April, 22.15 Uhr) startet. Bis Ostermontag (22. April) kann man sie in der achtteiligen Comedyserie "Merz gegen Merz" als Ehepaar erleben, das innerlich längst miteinander abgeschlossen hat. Vor dem endgültigen Bruch schrecken sie allerdings zurück. Die beiden haben nicht nur ein großes Haus und einen pubertierenden Sohn, sondern arbeiten auch in der Firma von Annes Vater zusammen.

Die Serie stammt von "Stromberg-Produzent Ralf Husmann und zielt wohl darauf ab, Fans der ProSieben-Erfolgsserie zum ZDF hinüberzuholen. Die Idee, mal keinen Rosenkrieg zu zeigen, sondern ein Paar, das um seine Beziehung kämpft, hat Potenzial. Es gibt viele lustige Szenen - besonders gelungen ist die Rahmenhandlung, bei der Herr und Frau Merz einer Paartherapeutin ihre jeweilige Sicht der Dinge darlegen. Herbst und Frier sind zwei Könner, die genau auf den Punkt spielen.

Noch lustiger wäre die Serie allerdings, wenn weniger dick aufgetragen würde. Dass seine Mutter ihrer Mutter auf einer Geburtstagsparty Grünkohl über den Kopf schüttet, das ist einfach zuviel des Guten.

"Natürlich erkenne ich pausenlos Parallelen zum echten Leben, sonst würde ich da auch gar nicht mit so viel Spielfreude rangehen können", versichert Annette Frier im Interview. "Dinge, die man zu Beginn einer Beziehung wahnsinnig attraktiv findet, können sich im Laufe der Zeit in enorme Angriffspunkte verwandeln."

Viele Zuschauer werden hier ebenfalls anknüpfen können, ebenso wie bei einem noch ernsteren Thema, das in "Merz gegen Merz" comedymäßig aufbereitet wird: Demenz. Annes Vater - der Firmenchef - leidet darunter. "Ich kenne die Demenzthematik aus meiner Familie auch", erzählt Christoph Maria Herbst. "Und was jemand, der diese grauenhafte Krankheit hat, dann manchmal sagt oder zu wissen glaubt - mit größtem Selbstbewusstsein - das kann einen durchaus zum Lachen bringen. Ein Lachen natürlich, das einem im Halse stecken bleibt. Diese Krankheit wird hier aber in keiner Weise für einen billigen Gag ausgeschlachtet." In diesem Punkt kann man anderer Meinung sein: Nicht immer gelingt die Gratwanderung.

Eine zweite Staffel der Serie ist bereits beschlossen. Die ersten acht Folgen enden mit einem Cliffhanger. "Und ein Rosamunde Pilcher-Ende gibt es nicht", verrät Herbst. "Keine Schwarzweiß-Malerei, sondern Grautöne. Vielleicht bekommen wir für die Serie beim Comedy-Festival noch den Tragedypreis."

Merz gegen Merz