Berlin (dpa) - Die Gründungsintendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Dagmar Reim (64), beendet ihre dritte Amtszeit vorzeitig.

Sie wolle Ende Juni 2016 und damit zwei Jahre vor Vertragsende ausscheiden, teilte Reim am Donnerstag in Berlin mit. Ich habe unserem Rundfunkrat und dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass ich vor Ablauf meines Vertrags ausscheiden möchte. Dazu veranlassen mich ausschließlich private Gründe.

Ich will und werde jetzt eine andere Priorität setzen - und die gehört der Familie, sagte Reim der Deutschen Presse-Agentur. Sorge sei nicht nötig, alle seien gesund. Sie habe immer mit Begeisterung für den RBB gearbeitet, versicherte Reim, es ist wunderbar, an der Spitze eines kreativen Teams zu stehen. Dennoch gelte der Bibelsatz aus dem Buch der Prediger, ein jegliches hat seine Zeit.

Für den Rundfunkrat bedauerte die Vorsitzende, Friederike von Kirchbach, die Entscheidung Reims, einer Kämpferin für ihren RBB und dessen Publikum. Die Aufbauleistung der Zweiländeranstalt sei untrennbar mit Reims Namen verbunden. Wolf-Dieter Wolf ergänzte als Vorsitzender des Verwaltungsrates: Bei der mit Weitsicht und Sensibilität vorangetriebenen Fusion von SFB und ORB zum RBB hat Dagmar Reim mit ihrem Team Rundfunkgeschichte geschrieben. Vor allem die finanzielle Konsolidierung sei ein Kraftakt gewesen.

Reim war als erste Frau an die Spitze eines ARD-Senders gewählt worden. Mit ihrem Amtsantritt am 1. Mai 2003 begann zudem erst die Geschichte des RBB, der damals aus der Fusion des Sender Freies Berlin (SFB) mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) entstand. Als zweite ARD-Intendantin leitete Monika Piel sechs Jahre lang den WDR, ehe sie 2013 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Auch der MDR wird von einer Frau geführt, von Prof. Karola Wille, die im kommenden Jahr turnusgemäß den ARD-Vorsitz übernehmen wird.

Für die Nachfolge Reims werde die Intendantenstelle regional und überregional ausgeschrieben, dann bilde der Rundfunkrat eine Findungskommission, um Bewerbungen zu prüfen und eventuell zu empfehlen, teilte der RBB mit. Der Rundfunkrat wählt dann die neue Senderspitze.

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