Berlin (dpa) - Wie sieht New York im 23. Jahrhundert aus? Nun, die Freiheitsstatue steht noch. Sie sieht aber verschwindend klein gegenüber den futuristisch in die Höhe geschossenen Wolkenkratzern aus.

In dieser weit entfernten Zukunft spielt die spannende Science-Fiction-Serie "The Expanse", die beim Streamingdienst Netflix abrufbar ist und deren erste Staffel jetzt auf DVD erschienen ist.

Smartphones sind inzwischen transparente Multifunktionsgeräte geworden und Flüge ins All gehören zum Alltagsgeschäft. Sex in der Schwerelosigkeit ist möglich und prachtvolle Raumschiffe gleiten durch den Weltraum. Manche Schrottkiste aber sieht aus, als würde sie nicht mehr durch den TÜV kommen. Die Zukunft ist hier keineswegs eine auf Hochglanz polierte Techno-Welt. Und Graffiti gibt es auch noch.

Die Erde steht nicht mehr allein im Zentrum des Seins. Der Mars wurde inzwischen kolonialisiert, aber zwischen beiden Planeten gibt es große Spannungen. Krieg liegt in der Luft. Wen es aber auf den Asteroidengürtel verschlagen hat, der gehört zu den Verdammten und Verfemten.

Der Mangel an Luft und Wasser hat bei den Gürtlern zu Deformationen geführt. Aufruhr liegt hier in der Luft. Und mittendrin ermittelt Detective Joe Miller (Thomas Jane) im Fall einer vermissten Frau. Er ist ein etwas schmuddeliger Einzelgänger, ein immer ein wenig fertig aussehender Philip-Marlowe Typ, der es mit dem Gesetz nicht immer so ganz genau nimmt.

Thomas Jane ("Der schmale Grat") hat seine Figur lässig und cool irgendwo zwischen John Lurie ("Down By Law") und Tom Hardy ("Mad Max") angelegt - und das liegt nicht nur an den sinnlichen Lippen. Er stochert ziemlich im Trüben: Zwar kommt er der vermissten Frau auf die Spur, aber was hat das alles mit einem zerstörten Raumschiff, dem Mars und der Erde zu tun? Hier liegt eine groß angelegte Verschwörung in der Luft...

Zwischen der schmuddeligen Welt der Gürtler, der durchgestylten Erde und dem geheimnisvollen Mars entspannt sich eine undurchsichtige Geschichte zwischen Mystery und Thriller, bei der die losen Enden erst ganz langsam einen Sinn ergeben.

The Expanse