Berlin (dpa) - Gute und schlechte Nachrichten liegen oft ganz nahe beieinander - insbesondere im Privaten. Wenn dann noch eine recht große Herausforderung im Beruf bevorsteht, dann kann es selbst für den hartgesottenen Hamburger Psychiater Joe Jessen (Ulrich Noethen) schon mal eng werden.

Das zeigt die siebte Episode aus der Thriller-Reihe "Neben der Spur" mit dem Titel "Schließe deine Augen". Sie läuft an diesem Montag um 20.15 Uhr im ZDF.

In Husum werden in einem Bauernhaus zwei Leichen entdeckt: Mutter und Tochter wurden grausam getötet, es gab dabei ein regelrechtes Blutbad. Kommissar Vincent Ruiz (Juergen Maurer) bittet Jessen, sich den Tatort anzuschauen und seiner dorthin versetzten Kollegin, Kommissarin Anna Bartholomé (Marie Leuenberger), bei der Aufklärung zu helfen. Jessen reagiert zunächst ablehnend, da er schon fast auf dem Wege nach Nordstrand ist. Er will mit seiner Ehefrau Nora (Petra van de Voort) und seiner Tochter Lotte (Lilly Liefers), die beide getrennt von ihm leben, einen zweiwöchigen Urlaub verbringen.

Doch Jessen ändert seine Meinung, als er in dem Bauernhaus an einer Wand ein Pentagramm findet, das auf einen Ritualmord hindeutet. Außerdem nervt ihn ein ehemaliger Schüler, der als Blogger wilde Verschwörungen zu dem Doppelmord verbreitet. Dann wird eine weitere Frau umgebracht, ein Mal wird in ihre Stirn geritzt. Zu Jessens Überraschung will ihm Lotte bei den Ermittlungen helfen. Und auch Nora hält Neuigkeiten bereit - allerdings keine guten.

Regisseur Josef Rusnak hat auch das Drehbuch zu seinem Film geschrieben, frei nach dem Roman "Der Schlafmacher" des Schriftstellers Michael Robotham. Er lieferte bereits die Vorlagen für die bisherigen Fälle um diese komplexe Figur des Psychiaters.

Rusnak erzählt die dramatische Geschichte langsam und konsequent, so dass dem packenden Geschehen mühelos zu folgen ist. Noch spannender als ohnehin schon wird der Fall spätestens dann, als Jessens Frau und Tochter ins Visier des psychisch stark gestörten Täters geraten. Einziger Wermutstropfen: Manch krimigeübtem Zuschauer dürfte ziemlich schnell klar werden, wer der Mörder ist.

Ulrich Noethen ("Louis van Beethoven") kämpft hier als Psychiater nicht nur um die Aufklärung eines brutalen Verbrechens, sondern mindestens ebenso sehr auch um den Erhalt einer zerrissenen Familie. Er macht mit seinem sensiblen Spiel deutlich, dass Joe Jessen sie über alles liebt, aber ihm auch klar wird, ihr kaum gerecht werden zu können. Zudem macht dem TV-Psychiater seine Parkinson-Erkrankung, an der er bereits zehn Jahre lang leidet, zunehmend zu schaffen. Aber natürlich löst er auch diesen kniffligen Fall nahezu im Alleingang, wobei er dem Täter viel näher kommt, als ihm lieb sein kann.

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