Berlin (dpa) - Nach einer wilden Partynacht mit reichlich Alkohol und anderen Drogen liegt der charismatische Musiker und Lebemann Tage Löfgren (Thomas Hanzon) am nächsten Morgen tot im Pool. Unter dringendem Mordverdacht steht der junge Peer Sundberg (Joel Lützow), der wie etliche andere Jugendliche in dem coolen Bohemien Löfgren eine Art Ersatzvater gefunden hatte.

Das Problem ist nur, dass Peer drogenbedingt kaum noch Erinnerungen an die fatale Party hat, in der sich auch ein Eifersuchtsdrama abspielte. "Nachtgespenster" heißt sehr treffend die neue Folge aus der deutsch-schwedischen Krimiserie "Der Kommissar und das Meer", die am Samstag (28. Dezember) um 20.15 Uhr im ZDF läuft.

Schon seit dem Jahr 2007 ermittelt Walter Sittler als Kommissar Robert Anders auf der malerischen Ostseeinsel Gotland, und ein Ende der nordischen Verbrecherjagd ist nicht absehbar: Die Quoten sind immer noch sehr ordentlich, die letzte Folge "Lichterfest" vor einem Jahr sahen laut ZDF 6,20 Millionen Zuschauer, Marktanteil 20,8 Prozent.

Diesmal hat es der in Würde ergraute Spürhund Robert Anders mit einem Fall zu tun, in den der momentan alleinerziehende Vater auch ein wenig persönlich involviert ist. Sein ältester Sohn Niklas (Sven Gielnik) scheint, ähnlich wie die Clique um den ermordeten, wohlhabenden Musiker, schon reichlich Erfahrungen mit Cannabis zu haben. Aber der sehr verständnisvolle Kommissar stößt bei seinen eigenen Kindern lange auf eine Mauer des Schweigens. Die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen zieht sich wie ein roter Faden durch alle Aspekte dieses mysteriösen Falls.

Regisseur Thomas Roth und sein Drehbuchautor Harald Göckeritz präsentieren uns derweil eine ganze Reihe von Verdächtigen, angefangen von den aufgedrehten Kids auf der Party über eine Cello spielende Schwester, die reichlich Schulden bei ihrem Bruder hatte bis hin zu missgünstigen Nachbarn, die noch alte Rechnungen zu begleichen haben. Kommissar Anders und seine Kollegen Thomas Wittberg (Andy Gätjen) und Ewa Swensson ("Pippi Langstrumpf"-Darstellerin Inger Nilsson) ermitteln gewohnt routiniert und eher unterkühlt, dazu fällt der Schnee pittoresk aus einem grauen Himmel auf die hübsch bemalten Holzbungalows, und über der Ostsee weht ein eisiger Wind. Makelloses Bilderbuch-Schweden.

Dieser Samstagskrimi kommt eher konventionell daher, obwohl die Lösung des Falls noch einmal eine Überraschung bereithält. Zudem zeigt der erfahrene Kommissar ganz gut, wie man Kinder vielleicht wieder von den Drogen wegbekommt - nicht mit Verboten und Strafen, sondern mit Zuhören und Zeitnehmen. Dann haben Nachtgespenster keine Chance mehr.

Der Kommissar und das Meer: Nachtgespenster