Berlin (dpa) - Nach Einsätzen in Tunis und Manila arbeitet "Die Diplomatin" Karla Lorenz in Prag. Hier steht plötzlich ihre politische Integrität auf dem Spiel.

Hat Karla Lorenz einem Ministeriumsmitarbeiter ein falsches Alibi gegeben? Mit dem Wagen des Mannes wurde ein tödlicher Unfall verursacht. Die Botschafterin bewahrt Haltung, versucht den Verdacht auszuräumen und zugleich ein millionenschweres Forschungsprojekt zu Künstlicher Intelligenz vor der Pleite zu retten. Die fünfte Folge der Reihe "Die Diplomatin" mit Natalia Wörner in der Hauptrolle läuft diesen Samstag im Ersten.

Ein junger Motorradfahrer wird in Prag von einem Wagen gerammt und getötet. Der Unfallfahrer flüchtet unerkannt. Später stellt sich heraus: Das Auto gehört einem Ministeriumsmitarbeiter. Und mit diesem saß die deutsche Botschafterin Karla Lorenz (Natalia Wörner) an jenem Abend beim Arbeitsessen im Restaurant. Kann Daniel Stokr (Stipe Erceg) am Steuer gesessen sein? Lorenz gibt ihm ein Alibi. Doch Kommissar Horava (Alexander Beyer) hat Zweifel. Er ist der Ex-Freund der Botschafterin und glaubt, Lorenz und Stokr hätten eine Affäre.

Während die Ermittlungen laufen, besucht Lorenz ein gemeinsames Prestigeprojekt der Bundesrepublik mit Tschechien: ein Technologie-Innovations-Campus. Es geht um Künstliche Intelligenz im Medizinbereich. Hier hat Deutschland eine Stange Geld investiert, davon profitiert unter anderem ein junges Start-up. Beiläufig erfährt die Botschafterin, dass es hinter den Kulissen des Projektes brodelt. Irgendetwas scheint man ihr verheimlichen zu wollen. Es geht um Arbeitsplätze und um Fördergelder in Millionenhöhe.

Wie hängen die Ungereimtheiten auf dem Forschungscampus mit der Unfallflucht zusammen? Stokr macht Lorenz Avancen, der Kommissar bleibt misstrauisch und das Unfallopfer ist ausgerechnet der Sohn eines Polizisten. Wem kann Lorenz vertrauen? Zumindest einer steht loyal an ihrer Seite: ihr Mitarbeiter Nikolaus Tanz (Jannik Schümann). Gemeinsam versuchen sie das undurchsichtige Geflecht an Machenschaften zu entwirren.

Regisseur Roland Suso Richter inszeniert den Politkrimi im novembergrauen Prag und baut gekonnt die Spannung auf - bis zur überraschenden Wende. Und ganz zum Schluss gibt "Die Diplomatin" auch ihrem Privatleben wieder ein wenig Raum, wenngleich erneut eine Versetzung ansteht. Die ARD-Reihe verbindet einmal mehr gekonnt politische Inhalte mit Krimi-Elementen und persönlichen Beziehungen. "Der Politikbetrieb wird so aufs Menschliche heruntergebrochen", findet Schauspielerin Natalia Wörner.

Themen wie Künstliche Intelligenz, technischen Fortschritt und Datenschutz findet sie ebenso wichtig wie brisant. Die Möglichkeiten, die KI bietet, seien auch bedenklich. Etwa, wenn es um persönliche Daten im Internet geht. "Wer hat denn die Macht? Wer hat die Kontrolle?" Zukunftsfragen, die "Die Diplomatin" auf spannende und zugleich unterhaltsame Weise aufwirft.

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