Berlin (dpa) - Unruheherde gibt es rund um den Globus viele. Aber der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA hat immer wieder Befürchtungen ausgelöst, er könne gefährlich eskalieren. Erstaunlicherweise kam es im vergangenen Jahr zu einer diplomatischen Annäherung zwischen beiden Staaten.

Mit der Geschichte, den Ursachen, Hintergründen und Perspektiven dieser Entwicklungen beschäftigt sich die Dokumentation "Die Kim-Dynastie", die Arte am Dienstag (5. Februar) um 21.40 Uhr zeigt.

Der Film der beiden Autoren Anthony Dufour und Minju Song handelt von dem diktatorischen Regime in Nordkorea, das den USA noch immer die Stirn bieten will. Die jeweiligen Staatslenker waren dabei seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) fast 70 Jahre lang auf Konfrontation aus, nicht ohne häufige Drohungen.

Doch seit dem vergangenen Jahr ist vieles anders. Da gab es nicht nur mehrere Treffen zwischen Nordkoreas Führer Kim Jong Un und dem Präsidenten Südkoreas, Moon Jae In, sondern im Juni auch eines in von Kim mit US-Präsident Trump. Das nächste ist bereits geplant.

Der Film bietet seltene Aufnahmen aus Nordkorea und einen fundierten historischen Rückblick, bis in die Zeit des nordkoreanischen Staatsgründers und Diktators Kim Il Sung, der das Land von 1948 bis 1994 regierte. Und er widmet sich auch seinen beiden Nachfolgern, Sohn Kim Jong Il (bis 2011) und Enkel Kim Jong Un.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Korea - ähnlich wie Deutschland - von den Siegermächten geteilt. Die entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea verläuft bis heute auf dem 38. Breitengrad. Seitdem hat das Regime in Pjöngjang stets mit seinen angeblichen Fortschritten bei der Entwicklung der Atombombe geprahlt, viele Tests wurden der Öffentlichkeit präsentiert.

Zitiert wird im Film Ex-US-Präsident Bill Clinton, der bereits 1994 eingestehen musste, dass die USA die Bedrohung seitens Nordkorea unterschätzt habe. Zu Wort kommen Berater, Militärs, Diplomaten und weitere Politiker wie Clintons ehemaliger US-Verteidigungsminister William Perry oder der US-Chefunterhändler für Nordkorea, Evans Revere. Durch ihre Einlassungen kann der Zuschauer den Eindruck gewinnen, dass für Nordkorea die Drohung mit der Atomwaffe aus einer Position der Schwäche heraus entstand und so etwas wie eine Versicherungspolice darstellte.

Die Filmautoren zeigen, dass bereits Clinton und sein Nachfolger George W. Bush Nordkorea mit Zerstörung gedroht hatten, falls es sein Atomprogramm weiterführen sollte - so wie Trump heute. Umso auffälliger ist die gelassene Position des direkten Nachbarn China. Viele Familien auf der koreanischen Halbinsel hoffen weiter auf eine Wiedervereinigung. Doch ob eine gemeinsame koreanische Olympiamannschaft einerseits und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Nordkorea seitens der Uno und der USA andererseits dazu etwas beitragen können, bleibt ungewiss.

Cheon Sung Whun, Ex-Sicherheitsberater der südkoreanischen Regierung, sagt wörtlich: "Die USA werden noch eine Zeitlang den diplomatischen Weg verfolgen, doch bald müssen sie erkennen, dass Nordkorea sein Nukleararsenal nicht aufgeben will." Trump werde dann die Sanktionen verschärfen und den Dialog beenden. "Wir müssen auf das Schlimmste gefasst sein."

Die Kim-Dynastie