Hamburg (dpa) - Umfragen haben ergeben, dass die 1980er-Jahre das Lieblingsjahrzehnt der Deutschen waren.

Das erklärt Moderator Thomas Gottschalk (69) gleich zu Beginn von "Gottschalks großer 80er-Show" und verspricht: "Alle, die es erlebt haben, werden sich heute noch mal erinnern, warum das so war. Und alle, die es nicht erlebt haben, werden sich heute ärgern, dass sie so spät geboren sind."

Vor allem die vermeintlich letzte Generation, die sich noch für das Medium Fernsehen und die große Samstagabendshow begeistert, dürften sich von der Sendung angesprochen fühlen. Schon in den Nullerjahren arbeiteten sich etliche Fernsehshows an der Dekade ab: etwa die "80er Show mit Oliver Geißen" und "Die ultimative Chartshow" auf RTL sowie die Sat.1-Antwort darauf mit den "Hit-Giganten" mit Hugo Egon Balder.

Nun widmet sich also Deutschlands Show-Dino im ZDF zweieinhalb Stunden jenem Jahrzehnt, in dem die Welt am Zauberwürfel rumschraubte, zu "Dirty Dancing" tanzte, mit dem Walkman joggte und sich nicht nur die Herren der Schöpfung schmale Lederschlipse um den Hals hängten.

Es gibt Live-Gesang zu Live-Instrumenten statt Playback-Theater - Stefan Raabs ehemalige Showband Heavytones samt Bläsertrio und Frauen-Backgroundchor macht es möglich. Rocksänger Heinz Rudolf Kunze gibt mit Schlager-Sängerin Nicole am Klavier "Dein ist mein ganzes Herz" zum Besten und Scorpions-Sänger Klaus Meine lässt "Wind Of Change" von den jungen Songwritern Max Giesinger und Michael Schulte neu interpretieren.

Eine Seltenheit ist der Auftritt von Trevor Horn, der seinerzeit alles wegproduzierte, was erfolgreich war - darunter auch Tina Turner.

Zum ersten Mal überhaupt treten die frisch formierten "80s Pioneers" mit einem Hit-Medley in einer TV-Show auf. Zu der Allstar-Band gehören Steve Norman von Spandau Ballet ("True", "Gold"), Nick van Eede von Cutting Crew ("I Just Died In Your Arms Tonight"), Carol Decker von T’Pau ("China In Your Hand") sowie Marc Almond von Soft Cell ("Tainted Love").

Auch Gottschalk ist voll in seinem Element, schwelgt in alten Radiozeiten. Wenn Stars wie Kim Wilde, Nik Kershaw und Paul Young aufeinander folgen, mutet das wie ein Klassentreffen von "Thommy’s Pop-Show" an, die er Anfang der 80er Jahre moderierte. Obwohl er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt, sich an diesen Punkt seiner Karriere kaum noch erinnern zu können: "Ich war in den 80ern offensichtlich überarbeitet."

Für Gottschalk steht das Jahrzehnt für seinen Wechsel vom Radio zum Fernsehen, wo er schließlich zum "Wetten, dass...?"-Moderator aufstieg. An diesem Abend schließt sich der Kreis: "Einmal machen wir es noch", meint er und startet schon mal einen Wettaufruf für die Wiederauflage im November 2020. "Alle Baggerfahrer werden jetzt schon ganz unruhig." Die Lacher hat er damit auf seiner Seite.

Gottschalks große 80er-Show