Berlin (dpa) - Für "Hochzeit auf den ersten Blick" beginnt dieser Tage das verflixte siebente Jahr. Im November 2014 hatte Sat.1 eine brandneue Show-Idee aus Dänemark importiert, das hier erst einmal Skandal-Schlagzeilen hervorrief: zwei wildfremde Menschen werden vor laufenden Kameras an den Altar begleitet - und lernen sich dabei erst kennen. Ist so ein Sozial-Experiment zum Scheitern verurteilt?

Die meisten von Sat.1 geschmiedeten Beziehungen waren weiß Gott nicht so erfolgreich wie die Sendung selbst. In der für Autowerbung und Supermarktreklame so empfänglichen Zielgruppe der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren schalteten bei der vergangenen Staffel bis zu 15,2 Prozent im Vorabendprogramm ein. Daher beschlossen die Senderchefs, "Hochzeit auf den ersten Blick" jetzt in die Primetime zu hieven. An diesem Mittwoch um 20.15 Uhr wird die neue Staffel der Show beginnen.

Wie es sich im verflixten siebenten Jahr aber gehört, kriselt es 2020 ein bisschen. Es liegt auf der Hand, dass das Coronavirus diese Sendung stark einschränken kann und wird. Als spektakulären Hingucker hatte Sat.1 in dieser Staffel des Show-Experiments ursprünglich eine Live-Hochzeit im TV geplant. Das liegt in letzter Zeit durchaus im Trend. Erst Anfang Juni hatten sich zunächst die Schlagersänger Stefan Mross und Anna-Carina Woitschack in einer Samstagabendshow im Ersten öffentlich das Jawort gegeben. Mitte Juli hatte dann der Neue-Deutsche-Welle-Sänger Markus ("Ich will Spaß") live bei RTLzwei zur besten Sendezeit die Sängerin Yvonne König geehelicht.

Dazu wird es bei "Hochzeit auf den ersten Blick" jetzt nun doch nicht kommen. "Eine Hochzeit sollte der schönste Tag im Leben sein, den man unbeschwert und voller Freude mit Familie und Freunden feiert", meint dazu Senderchef Kaspar Pflüger. "Das ist momentan leider nicht möglich. Aber verschoben ist nicht aufgehoben: Wir geben den beiden Singles, die am Mittwoch live heiraten wollten, natürlich trotzdem die Chance, sich sobald wie möglich das Jawort zu geben."

Und damit zum Gewohnten dieser Sendung: In der neuen Staffel planen zwölf sich bis dato gegenseitig völlig unbekannte Singles, "den Bund der Ehe miteinander einzugehen, um herauszufinden, ob auch bei ihnen aus Wissenschaft Liebe werden kann", kündigt der Sender an. Die Paar-Kompatibilität der teilnehmenden Singles wurde "vom erfahrenen Expertentrio" (Sat.1) Dr. Sandra Köhldorfer, Beate Quinn und Markus Ernst vor der Hochzeitsplanung bis ins Detail analysiert.

Die Dreharbeiten bei den Hochzeiten gingen dann in diesem Sommer unter strikter Einhaltung aller Covid-19-Auflagen über die Bühne.

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