Hamburg (dpa) - Leidenschaft und Ehrgeiz. Diese zwei Eigenschaften haben den Tänzer und Schauspieler Patrick Swayze von Kindesbeinen an getrieben. Und so wurde aus dem Buben aus Houston schnell ein erstklassiger Balletttänzer, ein begnadeter Reiter, ein begeisterter Cowboy und schließlich auch ein weltberühmter Schauspieler.

Viele reduzieren Swayze zunächst auf den Kult-Tanzfilm "Dirty Dancing" und vielleicht noch auf die Romanze "Ghost - Nachricht von Sam". Dass er auch in "Gefährliche Brandung" als Bösewicht surfte, in "Road House" als einsamer Wolf kämpfte, in seinem ersten Film "Skatetown USA" auf Rollschuhen beeindruckte und in "To Wong Foo" als Dragqueen überzeugte, kommt vielen erst später oder gar nicht in den Sinn.

Und doch war Swayze, der 2009 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb, mehr als der gut aussehende Tänzer und Romantiker aus seinen beiden erfolgreichsten Filmen. Das zeigt die Dokumentation "Patrick Swayze - Hollywoods Traumtänzer", die Arte im Rahmen der Serie "Summer of Dreams" am Freitag um 21.45 Uhr ausstrahlt. Bodenständig, Angst vorm Scheitern, hart gegen sich selbst und auf der ständigen Suche nach Anerkennung. Durch seinen Vater, seine Mutter oder Hollywood.

In der Doku kommen seine engsten Weggefährten zu Wort: seine große Liebe und Ehefrau Lisa Niemi, seine Schauspielkollegen Demi Moore, Rob Lowe, Kelly Lynch und Jennifer Grey sowie sein Bruder Don. Sie alle erinnern an einen Menschen, der auf der einen Seite gutmütig, sanft, verwundbar und fast schon schüchtern war. Und sich auf der anderen Seite mit einer unglaublichen Härte gegen sich selbst, purer Willenskraft und einer unnachgiebigen Disziplin nach oben gekämpft hat.

Vor allem die Damenwelt der interviewten Schauspielerriege spricht von ihm als einen wunderbaren Gentleman. An einer Stelle sagt Jennifer Grey über die "Dirty Dancing"-Zusammenarbeit mit Swayze: "Das war pures Wohlgefühl. Als würde man in den Polstern eines bequemen - aber sehr attraktiven - Sofas versinken."

Die Dokumentation verrät viel über Swayze, lässt dabei auch seine Alkoholprobleme nicht aus und schaut auf seine gesamte Karriere - vom Rollschuhfilm "Skatetown USA" bis hin zur Serie "The Beast". Zudem weiß man nach der 86-minütigen Doku: Der Mann kann wahnsinnig gut Rollschuhfahren, seine Frisuren im Wandel der Zeit lassen auf eine Vorliebe für "Vokuhilas" (vorne kurz, hinten lang) schließen und von seinem ersten großen Geld kaufte er sich einen DeLorean-Sportwagen - seit dem Film "Zurück in die Zukunft" der Inbegriff der 80er Jahre.

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Trailer zum Rollschuh-Film "Skatetown USA"

Infos zur Dokumentation

Trailer der Doku auf Arte