Berlin (dpa) - Er ist jung, attraktiv, hat Geld und ist auf dem Sprung zum Popstar. Sebastian (Tim Oliver Schultz) schleppt reihenweise junge Frauen ab und genießt sein Leben. Bis genau dieses ihm einen Strich durch die Rechnung macht.

Nach einem Unfall ist Sebastian blind und auf die Hilfe der Pflegerin Mia (Paula Kalenberg) angewiesen. Er steht vor einem Neuanfang und vor der Frage, was im Leben zählt. Das Erste zeigt das Liebesdrama "Song für Mia" am Samstag (16. Februar) um 20.15 Uhr - eher leichte Unterhaltung, die manchmal die Schmerzgrenze zum Kitsch überschreitet.

Vom Saulus zum Paulus? "Song für Mia" ist eine Läuterungsgeschichte, erzählt am Beispiel eines Nachwuchsmusikers. Ob das ein junges Publikum vor die Bildschirme lockt, ist fraglich. Leider lässt die Handlung auch kaum ein Klischee aus und ist allzu vorhersehbar.

Der Film von Regisseurin Mira Thiel ist durchaus prominent besetzt. Neben den sorgsam ausgewählten Hauptdarstellern sind Max von Thun als Musikproduzent, Sophie von Kessel als Augenärztin sowie Angela Roy und Daniel Friedrich als Sebastians Eltern dabei. Beachtlich: Tim Oliver Schultz singt die Songs im Film selbst.

Sebastian ist ein durch und durch oberflächlicher Typ, der in einer Modeboutique jobbt und dort sein bester Kunde ist. Als ihm Musikproduzent Jens Meinhold einen Plattenvertrag anbietet, platzt er beinahe vor Stolz - und stößt später auf dem Nachhauseweg mit dem Kopf gegen ein Baugerüst. Schlagartig kann Sebastian nichts mehr sehen. Ein Schock für den eitlen jungen Mann und dessen Eltern.

Doch dann tritt Mia in Sebastians Leben. Die fröhliche, unbekümmerte und zupackende Pflegerin geht ohne Scheu mit Sebastians Behinderung um, lässt kaum ein Fettnäpfchen aus und geht ihm natürlich erstmal gehörig auf die Nerven. Mia passt so gar nicht in das Beuteschema des Nachwuchsstars, der sonst aufgetakelte Blondinen aus der Disco abgeschleppt hat. Sie trägt Strickpullover und ein rosafarbenes Stirnband - doch das kann Sebastian ja nicht sehen. Es kommt, wie es kommen muss: Sebastian und Mia verlieben sich.

Eine Operation gibt Sebastian schließlich das Augenlicht wieder und lässt ihn in sein altes Leben zurückkehren. Für Mia ist kein Platz mehr. Sie stellt jedoch ein Musikvideo von Sebastian ins Internet, das zum Clickhit wird. Nach und nach beginnt der junge Mann zu zweifeln. In einem Radiointerview spricht er plötzlich ganz offen über seinen gestorbenen jüngeren Bruder und zeigt seine verletzliche Seite. Mia hört den Beitrag und ist bewegt.

Über Sebastian sagt der Hauptdarsteller Tim Oliver Schultz, er stehe sich zu Beginn des Films selbst im Weg. "Durch den Unfall und mit Mias Hilfe entwickelt er eine Kraft, die er nach der Operation - zurück in seinem alten Leben - erst ganz zum Schluss anzuwenden lernt." Gibt es also doch noch ein Happy End?

Song für Mia - ARD-Homepage