Berlin (dpa) - Quakend und schnatternd laufen Unmengen kleiner Entchen zwischen Halmen und Pfützen auf einem Reisfeld umher. Während andere Bauern fürchten, die Tiere könnten die kostbare Ernte verderben, setzt der thailändische Landwirt Somnuek auf sie.

Da die Enten Würmer, Insekten und Schnecken fressen, kann er auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichten und auf diese Art sich selbst und die Umwelt schützen. Die Arte-Dokumentation "Thailand - Enten auf der Schulbank" zeigt am Donnerstag um 16.00 Uhr eine faszinierende Alternative zu den in Deutschland stark kritisierten Insektiziden.

Doch damit das klappt, brauchen die jungen Enten Training - und Somnuek viel Geduld. Wochenlang unterrichtet er die Tiere in seiner Entenschule. Schon mit fünf Monaten holt der Landwirt sie zu sich - dann beginnt das Training. Die schwierigste und wichtigste Aufgabe dabei: auf die Trillerpfeife von Somnuek zu hören und zum Lastwagen oder auf das Feld zu laufen. Während die 3000 Tiere am Anfang noch viel Anleitung brauchen, läuft nach ein paar Monaten schon alles wie am Schnürchen.

Ob vor oder nach der Ernte, Somnueks Enten helfen, das Feld zu bestellen und den Reis zu schützen. Sie picken abgefallene Körner der vergangenen Saison und halten so die Felder sauber. Vor allem befreien sie die Reispflanzen aber von den schädlichen goldenen Apfelschnecken. Ein Nebeneffekt dabei: ihr Kot ist wunderbarer Dünger für das bewirtschaftete Land. Das lohnt sich für Somnuek nicht nur, weil er Geld für Dünger und Pestizide spart: die Enteneier, die seine Tiere täglich legen, bringen ihm ein gutes Nebeneinkommen ein.

Mit zahlreichen Detailbildern von den süßen Tierchen begleitet Regisseur Suriyon Jongleepun das Training. Untermalt mit schwungvoller Musik und liebevoll gestalteten Grafiken erzählt die Dokumentation spielerisch von Sumnueks ökologischer Landwirtschaft, vom Reisanbau in Thailand und den Folgen der Pestizide in dem südostasiatischen Land.

Thailand - Enten auf der Schulbank