München (dpa) - Auf der Alm gibt's koa Sünd - aber dafür jede Menge Mörder und andere Bösewichte. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich rund um die Alpen jede Menge TV-Ermittler tummeln. Kommissar Hofer ermittelt für "Die Rosenheim-Cops", "Hubert ohne Staller" geht in der Voralpen-Idylle von Wolfratshausen auf Verbrecherjagd.

Und jetzt folgt Berchtesgaden. "Watzmann ermittelt" heißt die neue ARD-Vorabendserie, die am Mittwoch (8. Mai/18.50 Uhr) im Ersten startet. Andreas Giebel und Peter Marton treten darin im Schatten des sagenumwobenen Berges Watzmann im Südosten Bayerns als Polizisten-Duo auf.

Jerry Paulsen (Marton) ist neu in der Polizeistation in Berchtesgaden - und für Hauptkommissar Benedikt Beissl (Giebel) einfach nur lästig. Nicht nur, dass der neue Kollege ihn in seiner Idylle stört. Jerry ist zu allem Überfluss der feste Freund seiner Tochter Johanna (Ines Lutz). Der Hauptkommissar ist eifersüchtig und versucht ruppig, den Störenfried in seine Schranken zu weisen. Doch das gelingt ihm nur selten, auch weil Beissls Ehefrau (Barbara Weinzierl) und Johannas Schwestern den smarten Jerry ins Herz geschlossen haben. Sogar in der Polizeistation hat Jerry schon Freundschaft geschlossen mit dem Polizisten Max Ruffer, gespielt von Nepo Fitz. Auch Beissl findet den Neuen ja - ganz insgeheim - auch irgendwie sympathisch. Aber das würde er natürlich nie zugeben.

Erzählt werden menschelnde Geschichten im dörflichen Mikrokosmos, in dem jeder jeden kennt. In der ersten Episode rettet die Bergwacht einen alten Bauern aus einer Schlucht. Ein Zeuge will beobachtet haben, wie der Mann den Berg hinunter gestoßen wurde. Ein Unglück? Oder gar ein Mordversuch, um an das große Geld zu kommen? Menschliche Abgründe, die auch in den anderen sieben Folgen für jede Menge Dramen sorgen, seien es kaputte Beziehungen, Eifersucht, Feindschaft oder schlicht Geldgier.

Eine Hauptrolle spielt die Landschaft. Die Polizei residiert in einer wunderschönen Villa. Die Wiesen sind saftig und im Hintergrund thronen majestätisch die Berge. Eine gemütliche Alm, ein Weißbier und rosa-orange leuchtende Alpengipfel im sanften Licht der Abendsonne - ein Traum, auch für die Schauspieler. "Ich bin vom Typ her kein Bergsteiger, aber wenn man oben ist in den Bergen, da geht einem schon manchmal das Herz auf", schwärmt Giebel. Auch seine Figur darf sich hin und wieder freundlich zeigen. "Einfach nur grantig wäre zu wenig", findet Giebel. "Er ist ja doch einer, der viel Herz hat." Ein Eigenbrötler mit sympathischen Seiten, auch weil er durch und durch ehrlich ist. Ein bisschen Dickschädel sei wichtig, meint Giebel. Nur so könne auch der versteckte und trockene Humor entstehen.

Paulsen kontert Beissls Seitenhiebe gelassen und humorvoll. Auch andere Dorfbewohner machen es dem Ermittler zu Beginn nicht leicht - wegen seiner dunklen Hautfarbe. "Habt ihr jetzt auch schon einen Flüchtling aufgenommen", will ein Bergwachtretter wissen, als Beissl und Paulsen bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz sind. Und der reiche Bauer Wieland fragt verwundert: "Nehmt's jetzt a scho an jeden auf in eurem Verein?". Alltagsrassismus, den Paulsen erduldet. Er schätze an der Serie sehr, dass dieses Thema nur sehr beiläufig erzählt werde, meint Marton über seine Figur. Warum nicht ganz darauf verzichten? Eher nicht, weil das nicht der Realität entsprechen würde, findet Giebel. Man könne nicht so tun, als wäre das allen Menschen völlig egal. Die Hautfarbe werde in der Realität doch oft thematisiert, wenn auch nur am Rande. "Das ist meistens mit ein, zwei Sätzen abgehakt."

Watzmann ermittelt