Fürth (dpa/tmn) - Im Minutentakt piept es, ständig leuchtet das Display des Smartphones auf: Das Kind scheint gefragt zu sein. 14 neue Nachrichten! Was da wohl alles drinsteht? Sollte man die als Elternteil nicht mal mitlesen? Neulich hieß es doch, dass es im Klassenchat Fälle von Mobbing gab...

Doch auch, wenn Eltern sich Sorgen machen, sollte beim Handy wie bei einem Tagebuch gelten: "Niemals heimlich lesen. Wenn dann immer nur gemeinsam und begleitend", rät Dana Mundt. Sie ist Sozialpädagogin bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Viele der gängigen Messenger-Apps haben zwar offiziell eine Altersbegrenzung - Whatsapp zum Beispiel schreibt für Nutzer aus der EU ein Mindestalter von 16 Jahren vor. Die Realität sieht allerdings vielfach anders aus: Gerade im Homeschooling und in Pandemiezeiten sind die Chats für viele Kinder ein gern genutztes Tool, um mit anderen in Kontakt zu bleiben.

Kinder nicht alleine lassen

Eltern sollten ihre Kinder in erster Linie damit nicht allein lassen. "11-Jährige kann ein Berg an Nachrichten schnell überfordern und unter Druck setzen", sagt Mundt.

Um diesen Druck ein bisschen zu mindern, sollten Eltern und Kinder gemeinsam besprechen, von wann bis wann sie täglich erreichbar sind, was in diese Chats gehört und was nicht - zum Beispiel keine Bilder oder sensible Informationen von der Familie.

Bei einem unguten Gefühl oder wenn sich das Kind anders verhält als sonst, sollten Eltern immer das Gespräch anbieten. So könnten sie ihrem Kind beispielsweise sagen: "Du kannst etwas verbocken, aber bitte sprich mit uns. Wir sind für Dich da und helfen Dir!".

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bke-Onlinberatung für Eltern