Berlin (dpa) - Väter in Deutschland nehmen noch immer deutlich
weniger Elternzeit als Mütter - vor allem aus finanziellen Gründen
und weil sie berufliche Nachteile befürchten. Das zeigt eine Studie
des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), die am Mittwoch in
Berlin veröffentlicht wurde.

Seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 ist demnach der Anteil
junger Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, zwar von 3 auf 37
Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu gehen aber mehr als 90 Prozent
der Mütter in Elternzeit. Von den Männern, die im Jahr 2018
Elterngeld bezogen, taten dies allerdings fast 72 Prozent nur während
des Minimums von zwei Partnermonaten. "Es verwundert daher kaum, dass
die Partnermonate im alltäglichen Sprachgebrauch zu Vätermonaten
wurden", sagte Studienautorin Claire Samtleben.

Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt, wenn ein
Elternteil nach der Geburt eine berufliche Auszeit nimmt. Zwei
zusätzliche Monate kommen hinzu, wenn auch der Partner in Elternzeit
geht. Eltern mit höheren Einkommen erhalten 65 Prozent, Eltern mit
niedrigeren Einkommen bis zu 100 Prozent des bisherigen
Nettoeinkommens.

Die finanziellen Einbußen sind der DIW-Studie zufolge das wichtigste
Motiv von Vätern, auf Elternzeit zu verzichten. Vor allem in
Ostdeutschland gebe es bei vielen Familien offenbar "keinen
Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des
Einkommens des Vaters zu verzichten", erklärte Katharina Wrohlich vom
DIW Berlin. Ein weiterer Grund, der von den Vätern oft genannt werde,
seien mögliche Nachteile für die berufliche Karriere. Für ihre Studie
hatte das DIW die offizielle Elterngeld-Statistik sowie das
Beziehungs- und Familienpanel pairfam ausgewertet.

Pressemitteilung des DIW Berlin

Familienministerium zum Elterngeld