Iden l Die Tänze heißen „Trompetenecho“ oder „Kristinas Walzer“. Letzterer Titel ist auf die Leiterin Kristina Sperk zurückzuführen. Sie steht einer zwölfköpfigen Frauengruppe vor – aber auch ein Mann zeigte Gesicht beim Besuch der Volksstimme. SV-Vorsitzender Frank Mischkowski ist kein Tänzer, sondern der Moderator bei den Auftritten. „Wenn wir dann mal eine kurze Atempause brauchen, überbrückt er sie und lässt dabei auch manchmal einen Scherz vom Stapel“, sagt Kristina Sperk. Es gehören sogar noch zwei weitere Herren dazu, aber als passive Mitglieder, die logistische Aufgaben übernehmen.

Früher in der Kindertanzgruppe

Die Gruppe besteht seit 1960. Erste Leiterin war Ursula Mischkowski – die Mutter von Frank Mischkowski. Nach ihrem Tod hatte Veronika Schulze die Führung übernommen, Kristina Sperk führt seit Beginn dieses Jahres Regie; Veronika Schulze ist ihre Stellvertreterin. Die Tänzerinnen sind nicht alle in Iden zu Hause, kommen zum Beispiel aus Erxleben, Meseberg und Dalchau. Kristina Sperk stammt aus Iden, wohnt aber jetzt in Zedau, ihre Schwester Daniela hat es von Iden nach Havelberg verschlagen, kommt aber ebenso regelmäßig zur Tanzprobe wie die frühere Idenerin Antonia Landgraf, die in Stendal sesshaft geworden ist.

„Wir waren damals fast alle in der Kinder- und später in der Jugendtanzgruppe. Die hatte sich dann aufgelöst, weil die Jugendlichen entweder keine Lust mehr oder inzwischen andere Interessen hatten“, sagt Antonia, Enkelin von Uschi Krahnert, die nach einer Tanzpause seit Januar dieses Jahres wieder dabei ist. Die 72-Jährige ist Gründungsmitglied. Isabell Mischkowski fühlt sich durch ihre Großmutter, der Gründerin, mit der Gruppe verbunden. „Außerdem macht Volkstanz Spaß und ist eine schöne Freizeitbeschäftigung“, sagt sie. „Uns alle verbindet die Liebe zum Volkstanz“, betont Kristina Sperk, „man muss schon mit dem Herzen dabei sein.“ Eine Weile war es mal still um den Idener Volkstanz. „Ja“, sagt Uschi Krahnert. „Es hat eine Ruhezeit gegeben. Bis wir bei der 650-Jahr-Feier unseres Dorfes, es war wohl 1984, auf der Straße getanzt haben. Da haben wir damals so viel Beifall bekommen und sagten uns: Wir fangen wieder an.“

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Was tanzt man denn so? „Volkstänze, wie unser Name schon sagt“, erläutert Kristina Sperk, „zum Beispiel Walzer, Polka, manchmal auch Square dance, ein Volkstanz, der in den USA entstanden ist. Im Herbst ist in Iden immer Herbstball, da führen wir stets etwas Besonderes auf, das außerhalb unseres Repertoires läuft. Ein Medley aus verschiedenen Tänzen, den Tanz der Schlümpfe, einen Hexentanz und einen Strumpfhosentanz hatten wir schon.“ Was es in diesem Jahr sein wird, ist für die Öffentlichkeit jetzt sicher noch ein Fragezeichen.

Teilnahme am Sachsen-Anhalt-Tag

Den letzten größeren Auftritt hatten die Idener Tänzerinnen am Sachsen-Anhalt-Tag im Juni in Eisleben. Ab und an kann man sie auch beim Niedersachsen-Tag erleben; sie gehören dem Trachtenverein des Nachbarlandes an. Dreimal seien sie außerden zu den Oktoberfesten in Callea (Spanien) gewesen. „Wir sind also auch auf Reisen und haben schon viel gesehen“, so Kristina Sperk.

Wer Mitglied der Volkstanzgruppe werden möchte (ob jung oder älter), kann sich unter Telefon 03937/2 92 87 27 melden oder einfach mittwochs zu 20 Uhr in die Idener Turnhalle kommen.