Burg l Spätestens seit Maxim Choupo-Moting weiß man in der Welt des Fußballs: Der direkte Weg ist der beste, um Spieler X von Verein Y zum neuen Club Z zu bringen. Zwar waren sich im Jahr 2011 der 1. FC Köln und der Hamburger SV alias Z und Y einig und auch X konnte sich vorstellen, innerhalb der Bundesliga von der Elbe an den Rhein zu wechseln, doch ein defektes Faxgerät grätschte im letzten Moment dazwischen und verhinderte, dass die Nachricht fristgerecht bei den Liga-Bossen von der DFL ankam – Wechsel geplatzt. Wohl auch, um sämtliche unbekannte Variablen aus der Gleichung zu streichen, hat man beim Landesliga-Absteiger in Burg daher in der vergangenen Woche äußerst zeitnah Nägel mit Köpfen gemacht und mit Franz Zimmer den ersten Zugang für die kommende Saison präsentiert.

Dabei ist die Vorgeschichte des Wechsels Futter für Fußballromantiker. Zum einen, weil einiger Anlauf und Heißgetränke darin eine Rolle spielen, wie der scheidende Trainer und künftige Teammanager Marcel Probst schildert: „Wir haben uns alle halbe Jahr auf eine Tasse Kaffee getroffen und uns ausgetauscht.“ Zum anderen aber kehrt mit Zimmer quasi der verlorene Sohn zum BBC 08 zurück.

Bereit für den Neuanfang

Als der große Umbruch den Verein im Jahr 2016 durchschüttelte, zog die Aussicht auf höherklassigen Fußball auch den Mittelfeldmann in die Fremde. „Ich hatte in Barleben drei schöne Jahre und konnte in der fünften Liga gegen Traditionsclubs wie Gera, Plauen oder Chemie Leipzig Erfahrungen sammeln“, blickt der 31-Jährige zurück. Der Kontakt in die Heimat ist dennoch nie abgerissen „und ohnehin war für mich damals klar, dass ich irgendwann zurückkehren will“. Als sich im Vorjahr dann auch Nachwuchs bei Zimmer und seiner Lebensgefährtin Anne ankündigte, wurde es obendrein Zeit, die eigenen Prioritäten neu zu ordnen: „Der zeitliche Aufwand rund um Familie und Beruf wird nicht weniger. Hier in Burg habe ich die Möglichkeit, weiterhin Spaß am Fußball zu haben. Natürlich will ich dabei auch helfen, dass der Neuanfang in der Landesklasse gelingt.“

Als einer der „Aufstiegshelden“, die den BBC 08 zwischen 2010 und 2015 aus der Landesklasse bis in die Verbandsliga geführt haben, kommt dem Rückkehrer natürlich die Rolle als Führungsspieler zu. Entsprechend erfreut zeigt sich Kaderplaner Probst über den Transfercoup: „Wenn jemand, der in diesem Verein groß geworden ist und höherklassig Erfahrungen gesammelt hat, zu uns zurückkehrt, ist das für mich ein Musterbeispiel für eine Verpflichtung. Wir freuen uns daher, mit Franz unseren Wunschspieler bekommen zu haben. Aber natürlich werden wir die Sommerpause weiter nutzen und unsere Hausaufgaben erledigen.“ Es könnte also nicht schaden, die Kabelverbindungen auf der Geschäftsstelle bis zum Ende der Wechselfrist am 30. Juni noch einmal zu überprüfen.