Venlo (dpa) - Auf dem Weg zum Liga-Rekordsieg von Ajax Amsterdam kannte auch Klaas Jan Huntelaar kein Mitleid.

Zum erstaunlichen 13:0 beim VVV Venlo steuerte der Ex-Schalker einen Doppelpack bei und verwehrte dafür beim Stand von 9:0 Ajax-Torwart André Onana den Wunsch, sich an einem Elfmeter zu versuchen. "So sieht man mal wieder, wenn man konzentriert ist und gut spielt, dass man dann viele Tore machen kann", sagte der 37 Jahre alte Huntelaar nach dem historischen Torreigen.

Nie zuvor hatte ein Team in der Eredivisie höher gewonnen als der niederländische Fußball-Rekordmeister. 1972 hatte Ajax beim 12:1 gegen Vitesse Arnheim die bisherige Bestmarke aufgestellt. Der frühere Ajax-Trainer Peter Bosz, inzwischen Coach beim Bundesligisten Bayer Leverkusen, meinte am Sonntag: "Ich habe keine Erklärung für solch ein Ergebnis. Das ist schlecht für den holländischen Fußball, weil alle darüber reden." In der deutschen Bundesliga ist das 12:0 von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund aus dem Jahr 1978 der Rekord.

Für das Ajax-Team von Trainer Erik ten Hag erzielte am Samstag allein der 19 Jahre alte Stürmer Lassina Traoré fünf Treffer. Gegen die heillos überforderten Gastgeber führte Amsterdam schon zur Pause mit 4:0. Nach der 52. Minute stand das Team aus Venlo auch noch nach einer Roten Karte wegen Foulspiels mit nur zehn Mann auf dem Platz. Danach waren die Amsterdamer endgültig nicht mehr zu bremsen.

Der entfesselte Traoré aus Burkina Faso bereitete auch drei weitere Treffer vor. "Wir waren hungrig", sagte er dem TV-Sender NOS. "Ich bin stolz, zu diesem Team zu gehören".

Relativ gelassen blieb einzig Ajax-Coach ten Hag. Mit Blick auf das Champions-League-Duell am nächsten Dienstag gegen Atalanta Bergamo meinte er: "Abhaken und weiter." In der vergangenen Woche hatte Ajax zum Start in Europas Königsklasse noch 0:1 gegen Liverpool verloren.

Den höchsten Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte indes verpasste Ajax gegen Venlo. Diesen hatten die Amsterdamer 1984 im UEFA-Cup beim 14:0 gegen Red Boys Differdingen aus Luxemburg herausgeschossen.

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Bericht des "Telegraaf"

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