Barcelona (dpa) - Ex-Präsident Josep Bartomeu und die Vereinsführung des FC Barcelona sollen Superstar Lionel Messi wiederholt angelogen haben. Das sagte Präsidentschaftskandidat Joan Laporta, der bereits zwischen 2003 und 2010 Präsident war, dem amerikanischen TV-Sender ESPN.

"Hinzu kommt, dass die Dinge nicht so gelaufen sind, wie alle wollten. Er ist an einem Punkt, an dem er immer noch erfolgreich sein und Titel gewinnen möchte", sagte Laporta (58) vor der anstehenden Wahl des Nachfolgers von Bartomeu am 24. Januar.

Der sechsmalige Weltfußballer Messi wollte im Sommer nach 20 Jahren Barcelona verlassen. Barça pochte aber auf den laufenden Vertrag. Eine Wechselklausel, die Messi (33) für gültig erachtete, sei verstrichen. Am Ende gab Messi nach und blieb. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus und er kann ablösefrei gehen. "Er kann nicht akzeptieren, dass andere Teams die Champions League gewinnen. Und Barca, mit Lionel, dem besten Spieler in der Geschichte des Spiels, hat kein Team, das wettbewerbsfähig genug ist, um sie zu gewinnen", sagte Laporta.

Laporta hofft, dass er als neuer Präsident das Vertrauen von Messi gewinnen und ihn zum Verbleib bringen kann. "Er weiß, dass das Angebot, das ich mache, real sein wird und ich es erfüllen werde. Ich denke, das wird viel helfen und ist ein Vorteil gegenüber den anderen Kandidaten", sagte Laporta. Neben der Bekämpfung der finanziellen Schieflage des laut Laporta kurz vor dem Bankrott stehenden Clubs sei es oberste Priorität, "Lionel einen Vorschlag zu unterbreiten, der ihn überzeugt zu bleiben. Ich hoffe, ich komme rechtzeitig an. Und ich habe einen Vorteil: Messis Vertrauen", sagte Laporta.

© dpa-infocom, dpa:201223-99-800441/2

ESPN-Interview