Utrecht (dpa) - Kein Tusch, keine Fanfare, aber doch irgendwie ein Paukenschlag: Lediglich mit einer beiläufigen Bemerkung hat der niederländische Rekord-Nationalspieler Wesley Sneijder das Ende seiner Profikarriere verkündet. 

"Ich habe nun aufgehört mit dem Fußball", sagte er am Montag in seiner Heimatstadt bei einem Besuch des FC Utrecht, wo Sneijder seine eigene VIP-Loge übernahm. Erwartet wurde die Entscheidung des 35-Jährigen wohl schon seit einigen Wochen. Dennoch war sie den niederländischen Medien Eilmeldungen wert. Nun sei "das entscheidende Wort" öffentlich ausgesprochen worden, hieß es beim TV-Sender NOS.

Gute Wünsche und Dankesbekundungen aus vielen Ecken der Welt ließen nicht lange auf sich warten: "Happy retirement!", twitterte die UEFA (Alles Gute für den Ruhestand!). Und: "Thanks for the memories!" (Danke für all die Erinnerungen!). "Arrivederci", rief ihm Inter Mailand zu, einer der großen Clubs, mit denen der Mittelfeldspieler Erfolge feierte. "Es war eine Ehre, einen Teil Ihrer Karriere zu erleben. Viel Glück für die Zukunft!", postete der Verein. 

"Sein Talent, sein Ehrgeiz und seine Frechheit bildeten die perfekte Symbiose in seinem wunderbaren Jahr", hieß es in einer Würdigung der Amsterdamer Zeitung "de Volkskrant". 2010 hatte Sneijder mit Inter das historische Triple gewonnen - neben der Champions League auch die Meisterschaft und den Pokalwettbewerb Coppa Italia - und zudem mit der Elftal das Finale der WM in Südafrika erreicht. "Es gab keinen besseren Mittelfeldspieler auf der Welt", schrieb das Blatt.  

Zuletzt hatte der nur 1,70 Meter große Star mit der Spielmachernummer 10 noch einige Monate für den Al-Gharafa Sports Club in Katar gespielt. Aus der Elftal war er im September 2018 nach dem mit 2:1 gewonnenen Freundschaftsspiel gegen Peru verabschiedet worden. Es war sein 134. Länderspiel.

Längst wird Sneijder zur Generation der "Großen Vier" gezählt - gemeinsam mit Arjen Robben, Robin van Persie und Rafael van der Vaart, die bei der WM 2010 Zweiter und bei der WM 2014 Dritter wurde. In vier verschiedenen Ländern (Niederlande, Spanien, Italien und der Türkei) holte er zudem mit seinen jeweiligen Teams Meistertitel.

Doch war es das nun wirklich oder bleibt Sneijder dem Fußball noch eine Weile in anderer Funktion erhalten? "Das ist doch seine Welt", sagte Ex-Bayern-Kapitän Mark van Bommel - heute Coach beim PSV Eindhoven - der Plattform Voetbal International. "In ihm steckt ein Trainer." 

Sneijders Manager Guido Albers hielt sich hingegen bedeckt. Für den kommenden Donnerstag sei eine Beratung angesetzt, sagte er bei Fox Sports. Danach könne es vielleicht noch "eine schöne Geschichte" geben.

Bericht NOS.nl

Interview auf YouTube

Bericht mit Van Bommel

Bericht Telegraaf.nl

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