Liverpool (dpa) - Liverpools Star-Coach Jürgen Klopp geht mit seiner Pleitenserie in Finalspielen gelassen um.

"Ich stand bereits sechsmal mit einem Team in einem Endspiel und habe sechsmal verloren. Aber das macht mich nicht zu einer gebrochenen Person oder so. Für mich bedeutet das Leben, es immer wieder zu versuchen", sagte der Fußballtrainer der Deutschen Welle in einem Interview. Mit dem englischen Top-Club FC Liverpool bestreitet Klopp am Mittwochabend das Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona.

Auch die Final-Enttäuschungen hätten einen Stellenwert für ihn, meinte Klopp. Es seien wichtige Erfahrungen gewesen, die er für die Zukunft nutzen wolle. "Wenn der liebe Gott mich dafür braucht, um zu zeigen, dass jemand sechs Endspiele in Folge verliert und er es tatsächlich auch noch ein siebtes Mal versucht, dann bin ich die perfekte Person dafür", meinte der Coach. "Keine Ahnung, wer das entschieden hat, aber offensichtlich ist das ein lustiger Kerl."

Gute Abwehrarbeit und "der Mut, seinen eigenen Fußball zu spielen", könnten im Kräftemessen mit dem Star-Ensemble der Spanier den Ausschlag geben, betonte der 51-Jährige. "Die große Herausforderung in diesem Spiel ist es, ein großes Frustrationspotenzial zu haben. Wenn Barcelona im Ballbesitz ist, sind sie nur schwer vom Ball zu trennen - das musst du akzeptieren", sagte der Liverpool-Trainer. "Aber es wird auch Momente geben, in denen wir den Ball haben, und dann müssen wir sofort Gefahr ausstrahlen."

Indes ist für Klopp Barca-Star Lionel Messi die Nummer eins im Weltfußball. "Ich habe einige gute Spieler gesehen und einige gute trainiert, aber der Beste ist für mich Messi. Mein Vater hat immer gesagt, dass Pelé der beste Spieler ist. Aber ich war zu jung, um ihn live zu sehen", sagte Klopp.

Es gehe im Spiel aber nicht nur um Messi. "Er hat auch zehn starke Spieler um sich, die ein Spiel entscheiden können", betonte Klopp. Einer davon ist etwa Philippe Coutinho, der einst unter Klopp in Liverpool gespielt hat. "Wir vermissen Coutinho, weil er ein Weltklasse-Spieler ist. Ich habe es geliebt, mit ihm zu arbeiten. Aber ohne ihn haben wir es auch gut gemacht", betonte der frühere Dortmunder Meistertrainer.

Dass Klopp noch nie mit einem seiner Teams in Spanien gewonnen hat, sieht der Coach als nicht so gravierend an. "Ein Unentschieden wäre nicht das schlechteste Ergebnis", sagte Klopp. Sein Team werde "wie verrückt kämpfen", um ins Finale zu kommen: "Wir träumen und versuchen alles."

DW-Interview