Paderborn (dpa) - Der SC Paderborn fiebert der großen Kulisse vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund entgegen.

"Für viele Spieler geht ein Traum in Erfüllung. Das ist, was man sich als kleiner Junge erhofft - einmal in solch einem Stadion zu spielen", sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart vor dem Auftaktmatch des 12. Spieltags am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) in der Dortmunder Fußball-Arena.

Auch wenn der Tabellenletzte, der erst vier Punkte auf dem Konto hat, als krasser Außenseiter gilt, werde man sich nicht in Ehrfurcht ergeben und an seinem offensiven Konzept festhalten, versprach der Coach am Mittwoch: "Wir werden unsere Spielweise nicht ändern und alles in die Waagschale werfen. Wir wollen attackieren und uns Torchancen erarbeiten." Baumgart betonte, dass sein Team vor allem gegen vermeintlich große Gegner immer überzeugt habe. "In solchen Spielen haben wir immer gezeigt, was wir können."

Eine wachsende Entfremdung des Profifußballs von seinen Fans wird von Paderborns Trainer kritisiert. 50 Euro seien "leider schon zum normalen Kartenpreis geworden", sagte der 47-Jährige in einem Interview des Internetportals "t-online.de". "Aber überlegen Sie sich doch einmal, was das für eine vierköpfige Familie bedeutet! Vier Tickets, drei, vier Bratwürste, schon sind 250 Euro weg. Für Normalsterbliche wird der Stadionbesuch langsam einfach zu teuer. Ich weiß nicht, ob die Fans diese Entwicklung auf Dauer noch mitmachen."

Baumgart führte den SC Paderborn in nur zwei Jahren von der dritten in die erste Liga. Dem Profifußball wirft der frühere Bundesliga-Stürmer vor, "eine Scheinwelt aufzubauen". Es entfremde "die Leute, dass Einzelne sich Millionen einsacken – was aber nun einmal gerechtfertigt ist, da es die Verträge hergeben – während die Kleinen ums Überleben kämpfen", sagte er. "Wenn dann doch so ein Kleiner wie Paderborn in die Bundesliga aufsteigt, wird er bereits durch die Verteilung der Gelder wettbewerbsunfähig gemacht. Das ist doch nicht fair."

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