München (dpa) - Hansi Flick weiß um die extreme Erwartungshaltung an einen Trainer beim FC Bayern, die heutzutage sogar über Titelgewinne hinausgehe.

"Zu meiner Spielerzeit zählte nur der Erfolg. Da hast du 1:0 gewonnen, egal wie. Heute reicht gewinnen allein nicht", sagt der 55-Jährige in einem Interview des Vereinsmagazins "51" .

Der ehemalige Bayern-Profi (1985 bis 1990) hält diesen Anspruch aber für "absolut richtig" und akzeptiert ihn damit. "Natürlich geht es am Ende um Titel. Ich kann mich aber voll damit identifizieren, dass der FC Bayern inzwischen den Anspruch hat, seine Fans über ein 1:0 hinaus zu begeistern", erklärt Flick, der im vergangenen November Niko Kovac als Cheftrainer beim deutschen Fußball-Rekordmeister abgelöst hatte. Flicks Vertrag wurde inzwischen bis 2023 verlängert.

"Jeder Verein definiert Erfolg anders: Unterklassige Klubs sind froh, wenn sie im Training 15 Spieler haben. Einige Bundesligisten feiern, wenn sie die Klasse halten. Beim FC Bayern ist das Double im Grunde Pflicht, und alle sehnen sich nach dem Triple", sagt der ehemalige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw.

Für sich selbst formuliert er eine eigene Definition von Erfolg: "Erfolg ist für mich das Resultat einer Entwicklung. Beim FC Bayern musst du immer den Anspruch haben, dass du permanent besser werden und das Optimale aus deinen Veranlagungen oder Fähigkeiten herausholen willst. Da nehme ich mich selbst nicht aus." Seine Marschroute bei der Arbeit mit den Spielern und seinem Trainer- und Betreuerstab lautet: "Mir ist wichtig, dass man Vertrauen schenkt, die Kommunikation hoch ist und man allen Wertschätzung vermittelt. Und: Man muss Spaß haben an dem, was man macht."