München (dpa) - Zum Glamour eines Weltvereins wie dem FC Bayern passt Hermann Gerland eigentlich gar nicht. Und dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - gehört der Sohn einer Bergmann-Familie aus Bochum beim deutschen Fußball-Rekordmeister zum Inventar.

Als Co-Trainer, Nachwuchs-Förderer und Talente-Entdecker erarbeitete sich der "Tiger" in München Kultstatus, in der Allianz Arena wird er immer mal wieder mit Sprechchören gefeiert. Am heutigen Dienstag wurde Gerland 65 Jahre alt.

"Ich will nicht im Mittelpunkt stehen", sagt Gerland zu seiner abwechslungsreichen Zeit bei den Bayern. An der Isar hatte er 1990 als Coach der zweiten Mannschaft angefangen und war bis 1995, von 2001 bis 2009 und in der Saison 2010/11 für die Amateure zuständig. Dort entdeckte er Spieler wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mats Hummels oder David Alaba. "Ich denke, ich habe ein gutes Auge", meinte Gerland zu seinen Scouting-Fähigkeiten.

Als Abwehrspieler war Gerland von 1972 bis 1984 für den VfL Bochum in der Bundesliga aktiv. Obwohl es ihn danach ausgerechnet nach München verschlug, ließ er sich die Ruhrpott-Mentalität nicht austreiben. "Ich bin ein Malocher-Typ, der den Fußball liebt und nicht Show." Vielleicht reüssierte er deshalb auch eher in der zweiten Reihe denn als Cheftrainer wie etwa in Bochum, Nürnberg oder Bielefeld.

Im vorigen Sommer beendete Gerland seinen Job bei den Bayern-Profis und wurde Sportlicher Leiter des Nachwuchszentrums. Dort soll er die nächsten Lahms, Schweinsteigers und Müllers entdecken. An Rente denkt er noch lange nicht, sein Vertrag läuft bis 2022. "Ich kann mir aber auch dann nicht vorstellen, dass ich nichts mehr mache", sagte er.

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