Berlin (dpa) - Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin erwartet im Kalenderjahr 2020 durch die Coronavirus-Pandemie finanzielle Verluste in Höhe von zehn Millionen Euro.

Trotzdem sagte Vereinspräsident Dirk Zingler in einem Interview der "Berliner Zeitung": "Wir werden die Krise in der Union-Familie gemeinsam meistern. Dazu tragen alle bei, unsere Mitglieder, die Zuschauer, die Dauerkarten gekauft haben, unsere Sponsoren, unsere Banken und Partner."

Für die Eisernen habe es sich ausgezahlt, "dass wir auf unserem Weg in die Bundesliga unser Tafelsilber nicht aus der Vitrine genommen haben", sagte Zingler. Demnach gehören Zuschauer-, Sponsoring-, Cateringeinnahmen oder sonstige clubeigene Rechte dem Verein und "bilden heute eine hohe stille Reserve". Ein Vorteil sei es für die Köpenicker, dass sie im Vorjahr erst aufgestiegen sind. "Deshalb können wir wirtschaftlich mit dieser Krise bestimmt noch etwas stabiler umgehen als Vereine, die seit Jahren in einer Erstliga-Ausgaben-Struktur waren", sagte Zingler: "Wir hatten noch geringere Ausgaben, aber schon höhere Einnahmen."

Doch auch für Union bleibt die Situation mit Geisterspielen und wenig Aussicht auf schnelle Besserung schwierig. Seit März fehlen große Teile der Einnahmen. "Auf so etwas kannst du dich als Unternehmer nicht vorbereiten. Du kannst Reserven bilden, nachhaltig arbeiten, was ja gerne mal gefordert wird, und Rücklagen bilden für schlechte Zeiten. Aber du kannst dich als Unternehmen nicht darauf einstellen, dass dir auf ungewisse Zeit große Bereiche deiner Einnahmen fehlen", sagte Zingler und ergänzte: "Das ist dramatisch."

Sollte sich die Lage nicht ändern, ist auch ein Gehaltsverzicht des Profi-Teams von Trainer Urs Fischer wieder ein Thema. "Wenn der Ausschluss von Zuschauern weiter fortwähren sollte, werden wir uns sicherlich zusammensetzen", sagte Zingler: "Ich möchte so etwas aber nicht aus politischen, sondern nur aus sachlichen Gründen machen."

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