Frankfurt/Main (dpa) - Die Fußball-Herrlichkeit ist in Frankfurt vorbei. Nach der 2:4 (2:0)-Pleite gegen den 1. FC Köln herrscht bei der Eintracht Krisenstimmung und Verunsicherung.

"Wenn wir weiter solche Leistungen zeigen, wird das Abstiegskampf", sagte Abwehrchef Makoto Hasebe nach dem sechsten sieglosen Bundesligaspiel in Folge. Vier Punkte ist die Eintracht nur noch vom Relegationsplatz entfernt.

"Tabellen können wir lesen", antwortete Cheftrainer Adi Hütter am Mittwochabend gereizt auf eine Frage zur kritischen Lage. "Wir sind mittendrin, wo es in beide Richtungen gehen kann." Nach dem 50. Bundesliga-Spiel auf der Trainerbank der Hessen musste er sich auch fragen lassen, ob er sich nun Gedanken über seine Zukunft machen würde. "Was meine Person betrifft, habe ich keinen Ansatz, dass ich mir da Gedanken mache", erwiderte Hütter. "Sicher ist es die unangenehmste Zeit seit ich hier bin. Das muss man klar sagen."

Nach neun Pflichtspielen im Europacup und Liga mit nur einem Sieg übte er keine Kritik an seinen Spielern, die gegen Köln zum 30. Mal seit Saisonbeginn auf den Platz mussten. Im Gegenteil. "Ich möchte eine Lanze für meine Mannschaft brechen und stelle mich vor sie", sagte der Österreicher. "Man spürt die Verunsicherung. Den Karren muss man wieder aus dem Dreck ziehen." 30 Spiele, sieben mehr als in der letzten Saison zum gleichen Zeitpunkt, seien "eine Menge Holz".

Hinzu gekommen seien Verletzungen wie die von Nationaltorwart Kevin Trapp, den Stürmern André Silva und Bas Dost oder jüngst die von Ersatztorwart Frederik Rönnow und Lucas Torró. Außerdem sei, so der Coach, die Erwartungshaltung nach dem Halbfinaleinzug in der Europa League 2018/19 und dem hohem Sieg gegen Bayern München Anfang November gewachsen. "Nach dem 5:1 hat man uns schon in den Champions-League-Plätzen gesehen", sagte Hütter.

Danach haben die Eintracht-Profis die Kraft und Energie verlassen, wie gegen Köln in der zweiten Halbzeit. Dabei hatten Martin Hinteregger (6. Minute) und Goncalo Paciencia (30.) die Gastgeber 2:0 in Führung gebracht. Doch Jonas Hector (44.) vor der Pause, Sebastiaan Bornauw (72.), Dominick Drexler (81.) und Ismael Jakobs (90.) sorgten für die Wende.

"Wenn du mit einem 2:0 in die Halbzeit gehst, hast du eine ruhigere Pause. So war es ein mulmiges Gefühl, kein gutes", berichtete Mittelfeldspieler Dominik Kohr vom labilen Gemütszustand der Spieler in der Kabine. Um die prekäre Lage vor der Winterpause noch etwas zu verbessern, müsse am Sonntag ein Sieg beim Liga-Letzten SC Paderborn her. "Ich weiß, wie es den Jungs geht, weil ich Gott sei Dank die Sicht nach innen habe", sagte Hütter. "Wie leer der Tank auch ist. Wir müssen den Zapfhahn finden, um eine ordentliche Partie spielen."

Angesicht der am körperlichen Limit arbeitenden Spieler hält Hütter die achttägige Weihnachtsrast bis zum Aufbruch ins Trainingslager am 2. Januar in die USA für zu kurz. Zur Sinnhaftigkeit des mit Reisestrapazen verbundenen Trips nach Florida äußerte er sich nur ausweichend. "In Amerika wird es nicht so sein, dass wir körperlich etwas draufhauen müssen. Die Jungs müssen körperlich und geistig wieder frisch werden", erklärte Hütter und ergänzte: "Auch, wenn es schwer wird, es ist interessant, den ganzen Bock wieder umzustoßen."

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