Berlin (dpa) - Dieser Mann sorgt immer für Aufmerksamkeit: Max Kruse, der Promi-Zugang des eigentlich so bodenständigen "Eisernen" aus Berlin-Köpenick.

Kruse hat jüngst mit einem eigenen Treffer und zwei Tore-Vorbereitungen beim 3:1-Sieg in Hoffenheim den 1. FC Union in neue sportliche Sphären gehievt: Tabellenplatz sieben. Jetzt, vor dem nächsten Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld, sorgte der Stürmer mit Polizei-Beschimpfungen, einer anschließenden Entschuldigung und drastischen Formulierungen wieder einmal für Wirbel jenseits des Fußballs.

"Ich muss ehrlich sagen, das war bei uns nie ein Thema, ob Max ein spezieller Spieler ist oder wie er sich außerhalb des Fußballs bewegt. Wir haben seine Qualitäten gesehen. Die waren für uns entscheidend", sagte Trainer Urs Fischer zur Kruse-Verpflichtung im Sommer. Und in der Tat hat Kruse, obwohl lange verletzt und noch jetzt nicht hundertprozentig fit, das spielerische Niveau der Berliner sichtbar gehoben. Allerdings bleibt der Liebhaber schneller Autos und des Pokerspiels eben auch abseits des Rasens unberechenbar.

So hatte Kruse nach einer Radarkontrolle erst die Berliner Polizei beschimpft und sich dann dafür entschuldigt, das Blitzen kurz nach einem Tempo-30-Schild aber weiter als "asoziale Aktion" bezeichnet. Auf seiner Instagram-Seite postete der 32-Jährige zunächst ein Foto vom angeblichen Tatort mit der Aufschrift "Schweine" und forderte die "liebe Polizei" zu einer Überprüfung ihrer Blitzer-Praxis auf, "ansonsten muss ich da leider gegen vorgehen". Kruse war nach eigenen Angaben mit höchsten 40 oder 42 km/h geblitzt worden.

Später erklärte er in einem weiteren Video: "Entschuldigung an die Polizisten, wenn sie sich beleidigt gefühlt haben. Vielleicht bin ich im Unrecht, vielleicht auch nicht. Ich werde die Strafe so oder so bezahlen." Er wollte mit seiner Beschwerde nicht sagen, "dass ich über 30 fahren darf und andere nicht", sagte Kruse. Er habe nur in Frage gestellt, ob das Blitzen nur fünf Meter hinter dem Schild rechtens sei- Ein weiteres Verkehrsschild auf seinem veröffentlichten Foto weist auf eine Kindereinrichtung in unmittelbarer Nähe hin. "Ich weiß, dass natürlich Kinder dort spielen. Natürlich muss ich da aufpassen wie jeder Verkehrsteilnehmer auch, das tue ich auch. Ich wollte auch niemanden beleidigen."

"Stark asozial" habe er gesagt zu der Aktion, "nicht zu der Polizei", betonte Kruse und ergänzte: "Schweine. Ja. Ich fand es eine schweinische Aktion." Zunächst hatten der "Kicker" und die "Bild"-Zeitung über den Vorfall berichtet. Für den ehemaligen Nationalspieler war die Sache danach erledigt: "Leute, legt euch alle wieder hin, genießt den sonnigen Donnerstag", verabschiedete er sich im Video von seinen Fans.

Auch für seinen Arbeitgeber hat die Aktion "gar keine Bedeutung", sagte Unions Kommunikationschef Christian Arbeit. Die Eisernen wollen gegen Bielefeld ihre Positiv-Serie von fünf Spielen ohne Niederlage fortsetzen - und brauchen Kruse. "Ich wüsste nicht, was das für eine Rolle spielen sollte für uns", antwortete Arbeit auf die Frage zu möglichen Konsequenzen für den Angreifer.

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Kader Union Berlin

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