Berlin (dpa) - Trainer Bruno Labbadia vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC kann die vorläufige Absage der Politik an eine Rückkehr der Fans in die Stadien schon zum Saisonstart nachvollziehen.

"Wir müssen Vertrauen in unsere Regierung haben", sagte Labbadia in Berlin und ergänzte: "Unabhängig vom Fußball würden wir gerne alle noch freier leben. Aber wir haben Menschen in der Führung, die den Überblick haben und die eine Gesamtverantwortung haben, ganz unabhängig vom Fußball." Die Regierung müsse "für das Gemeinwohl entscheiden und da gilt, dass die Gesundheit an erster Stelle steht", betonte der 54 Jahre alte Ex-Profi.

Die Deutsche Fußball Liga hatte zuletzt ein Konzept vorgelegt, das eine Rückkehr der Fans in reduzierter Zahl und ohne Stehplätze, Alkohol und Gästeanhänger bereits zum Saisonstart ab Mitte September vorsieht. "Es ist nichts falsch daran, Konzepte vorzulegen. Dann muss man sehen, sind die heute oder in zwei Wochen umsetzbar. Entscheidend ist, dass man vorbereitet ist - und das macht der Fußball", sagte Labbadia: "Der Fußball wird sich nicht über andere Dinge stellen, sondern wird genau wie alle anderen gucken, ob er ein schlüssiges Konzept hat. Wenn man vorangeht ohne vorauszupreschen, dann kann das eine sehr, sehr gute Sache sein."

Labbadia hat bei Hertha BSC auf der Suche nach Verstärkungen keine Eile. "So wie man ein Haus aufbaut, sollte man auch eine Mannschaft aufbauen. Vom Grundstock, denn ohne den kann kein Haus stehen bleiben", sagte der Coach des Berliner Fußball-Bundesligisten: "Wir wissen, dass wir nicht alles auf einmal schaffen werden, sondern Schritt für Schritt gehen."

Bisher hat Hertha den 22 Jahre alten niederländischen Flügelspieler Deyovaisio Zeefuik, Torwart Alexander Schwolow (28) und den Franzosen Lucas Tousart (23) für die kommende Spielzeit neu verpflichtet. "Jetzt müssen wir sehen, was haben wir noch übrig, was ist auf dem Markt. Ansonsten würden wir das verschieben aufs Halbjahr oder aufs nächste Jahr", sagte Labbadia nach einer zweistündigen Einheit bei rund 30 Grad: "Uns ist klar, dass wir nicht alles machen können."

Zuletzt hatte es Berichte über das Interesse an Weston McKennie von Schalke 04 gegeben. "Wir haben viele junge, dynamische Spieler, an denen wir interessiert sind, unabhängig von Weston McKennie", sagte Labbadia. Es sei aber noch nicht selbstverständlich, dass alle Profis auch nach Berlin kommen würden. "Wir müssen uns erarbeiten, dass Spieler uns interessant finden", sagte der 54-Jährige.

Durch Investor Lars Windhorst, der auch während der Corona-Krise in diesem Jahr weitere 150 Millionen Euro in den Club investiert, hat Hertha bessere Möglichkeiten als viele Konkurrenten. Trotzdem betonte Labbadia: "Wir haben Vorgaben und müssen schauen, was möglich ist. Wenn wir Spieler dazu holen, müssen sie unsere Spieler besser machen. Sie müssen eine Qualität haben, die unsere nicht haben."

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