Leipzig (dpa) - Trainer Julian Nagelsmann von RB Leipzig hat seine defensive Saisonprognose verteidigt und sieht sein Team weiter nicht als ersten Titelkandidaten.

"Eine Meisteransage mache ich erst, wenn ich eine echte Chance spüre. Wir haben zwei Punkte Vorsprung, nicht 22. Und wir sind auch Erster, weil andere bisher nicht ihre beste Performance hatten", sagte der 32-Jährige in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung".

Die Sachsen hatten die Hinrunde der Fußball-Bundesliga erstmals als Tabellenführer abgeschlossen und starten am Samstag (18.30 Uhr/Sky) mit einem Heimspiel gegen Union Berlin in die zweite Saisonhälfte. Unter anderen hatten zuletzt Bundestrainer Joachim Löw und der frühere Stuttgarter Meistertrainer Christoph Daum RB als ernsthaften Meisterschaftsanwärter bezeichnet.

"Ein junger Verein wie Leipzig muss sich doch noch nicht im Konzert der ganz Großen sehen. Bayern oder Dortmund sind uns Jahre voraus, allein finanziell. Wir gehören inzwischen wohl schon zu den Top vier der Liga. Aber alles muss noch wachsen", sagte Nagelsmann.

Als Beleg für seine vorsichtige Sichtweise nannte der RB-Coach die direkten Duelle mit dem FC Bayern (1:1) und Borussia Dortmund (3:3) in der Hinrunde. "Es geht nicht darum, Bayern oder Dortmund aus dem Stadion zu schießen, aber in beiden Spielen bestand die Gefahr, dass sie uns aus dem Stadion schießen. Deshalb ist meine Titelaussage gerechtfertigt. Trotzdem können wir in die Verfassung kommen, ein Meisterkandidat zu werden. Aktuell sind wir es nicht. Aber wir arbeiten daran", sagte Nagelsmann.

"SZ"-Interview (Bezahlschranke)