Leverkusen (dpa) - Das tat weh! Am ersten echten Tiefpunkt seiner Himmelsstürmer-Karriere war Kai Havertz untröstlich. Das gellende Pfeifkonzert bei seiner Auswechslung beim 0:1 (0:0) gegen Hertha BSC hatte den 20-Jährigen mitten ins Herz getroffen.

Die Kapuze weit ins Gesicht gezogen, blickte er starr in den Leverkusener Abendhimmel und schien um sich herum nichts wahrzunehmen. Seine Kollegen verteidigten das wohl größte deutsche Talent, für das es in der dreijährigen Profi-Karriere zuvor immer nur aufwärts gegangen war. "Ich find's scheiße", sagte Jonathan Tah: "Das bringt nichts. Und es wird auch nicht dazu führen, dass er motivierter ist. Der Junge ist 20 Jahre alt. Das ist nicht schön für ihn."

Seit zwölf Pflichtspielen ist der Offensivspieler, der in der vergangenen Saison in 42 Partien 27 Scorer-Punkte gesammelt hat, ohne Torbeteiligung. Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit, Selbstvertrauen, Dynamik - alles, was Havertz im Vorjahr ausgezeichnet hat, scheint wie ausgelöscht. Vielleicht ist er doch zu sehr mit 100-Millionen-Angeboten aus ganz Europa beschäftigt. "Dass er sich Gedanken um seine Zukunft macht, ist normal. Das darf man ihm nicht übel nehmen", sagte Sven Bender: "Aber ich habe nicht das Gefühl, dass er mit dem Kopf woanders ist."

Informationen zum Spiel bei bundesliga.de