Bremen/Köln (dpa) - Es war eine Überraschung, als der 1. FC Köln am 29. September einen Oldie der Fußball-Bundesligageschichte verpflichtete.

Doch Claudio Pizarro fühlte sich keineswegs zu alt für die Fortsetzung seiner Karriere, die nach dem Vertrags-Aus bei Werder Bremen im Sommer 2017 eigentlich beendet war. Was er mit dem Wagnis Köln bezweckte? Er wollte dem Traditionsverein mit seinen Qualitäten und seiner Erfahrung "in der aktuellen Situation weiterhelfen".

Diese Situation hat sich nicht verändert: Bei Pizarros Verpflichtung war Köln Tabellenletzter und ist es vor der Rückkehr des 39 Jahre alten Peruaners am Montag (20.30 Uhr) nach Bremen noch immer. Schon deshalb hat sich der 39-Jährige viel vorgenommen: "Ich will Tore machen - und einen Sieg für den FC."

Logisch. Dem FC helfen nur noch Siege gegen den sechsten Abstieg. Das hat höchste Priorität für Pizarro, wenngleich er um die außergewöhnliche persönliche Bedeutung der Begegnung weiß: "Es ist ein besonderes Spiel für mich. Es wird speziell sein, alte Freunde und Fans zu treffen." Dieses Spezielle liegt nahe. Denn nach 206 Erstligapartien für Werder und dem Rekord von 104 Toren für die Grün-Weißen genießt Pizarro Legendenstatus an der Weser.

Beim FC wird er dieses Image mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr bekommen. Es sei denn, ihm gelingen so viele Treffer, dass der bittere Gang in die Zweitklassigkeit noch vermieden wird. Aber: Nur 259 Minuten durfte er bislang spielen, wurde zweimal in der Startelf eingesetzt und sechsmal eingewechselt. Sein 1:0 am vergangenen Sonntag beim 2:3 gegen Stuttgart ist sein einziger Saisontreffer.

Dieses Debüt für den FC machte Pizarro zum viertältesten Bundesliga-Torschützen hinter den früheren Werder-Profis Mirko Votava und Manfred Burgsmüller und dem einstigen Kölner Morten Olsen. "Für Stürmer ist es immer wichtig für das Selbstvertrauen", kommentierte Pizarro seinen Treffer gegen den VfB. Am Ende überwog aber die Enttäuschung über die Niederlage, die die Aufgabe an seiner ehemaligen Wirkungsstätte noch schwieriger macht.

Abhaken, weiterkämpfen. "Es ist nicht einfach, aber das müssen wir machen", sagte der 39-Jährige. Immerhin ist die Tendenz in der Rückrunde so schlecht nicht: Elf Zähler haben die Kölner 2018 geholt, sechs mehr als in der Hinrunde. Gelänge jetzt ein Sieg, wäre Köln vor dem Hamburger SV Vorletzter und würde den Rückstand auf Relegationsplatz 16 auf fünf Punkte verkürzen. "Wir werden nicht aufgeben", kündigte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck am Sonntag an. "Ich denke, der Moment ist da, dass es wichtig wäre, die Laterne mal abzugeben", sagte der 45-Jährige.

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