Frankfurt/Main (dpa) - Arminia Bielefelds Geschäftsführer Samir Arabi sieht nach dem beachtlichen 1:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt das Comeback in der Fußball-Bundesliga als sportlich-maritime Herausforderung.

"Unser Gummiboot hat mittlerweile so einen kleinen Motor dran", sagte der 41-jährige Macher am Samstagabend im ZDF-Sportstudio. "Wir werden in jedem Spiel zusammen paddeln und am Ende gucken, dass auf hoher See die eine oder andere Motorjacht kentern wird."

Der ostwestfälische Rekordaufsteiger war lange im Rettungsboot mit vielen Schulden an Bord unterwegs gewesen, bis man als Zweitliga-Meister den insgesamt achten Aufstieg schaffte. "Wir wollen in der Liga bleiben und unsere Fußstapfen hinterlassen", sagte Arabi. "Wir haben heute damit begonnen."

Nach 4137 Tagen Bundesliga-Pause hätte die Arminia aber auch Schiffbruch erleiden können, wenn die Eintracht viele Chancen besser genutzt hätte. Stattdessen konnten die Hessen nur das Tor von Cebio Soukou (51. Minute) durch den Treffer von André Silva (62.) ausgleichen. Zudem hatten sie Glück, davor nicht das 0:2 kassiert zu haben. "Herzlich willkommen in der Bundesliga", kommentierte Armina-Trainer Uwe Neuhaus das ungeschickte Zusammenspiel des Stürmer-Duos Soukou und Fabian Klos, dem im Gegenzug das 1:1 folgte.

Der 60 Jahre alte Coach sah nicht nur diesen Fehler. Sondern auch viele weitere eines Teams, in der neun Spieler zuvor noch nie der Bundesliga gespielt hatten, und das vom Regionalligisten Rot-Weiss Essen aus dem Pokal geworfen wurden. "Wir hatten uns nach dem bescheidenen Pokalspiel vorgenommen, als Mannschaft aufzutreten und uns so zu präsentieren, dass wir stolz den Heimweg antreten können", sagte Neuhaus. "Das war ein schöner Fight bis zur letzten Sekunde."

Zugleich war es für die in der Bundesliga unerfahrenen Arminia-Profis auch das Erlebnis, eine neue Fußball-Welt zu betreten. "Es war schon intensiv, alles ein Tick schneller, sehr körperlich, sehr schnell, sehr athletisch", sagte Kapitän Klos zum Unterschied zur 2. Liga. "Es hat auch einfach mehr Spaß gemacht." Beeindruckt war ebenso Neuzugang Ritsu Doan. "Es war sehr aufregend, es war richtig hart", bekannte der Japaner.

Nach dem ersten Ausrufezeichen ist Manager Arabi froh über den Punktgewinn, aber realistisch genug zu wissen, dass der nur der erste Teilerfolg im Kampf gegen den Abstieg ist. Zumal man von den wirtschaftlichen Möglichkeiten her schon jetzt Tabellenletzter sei. Deshalb steckt er ein über die Bundesliga hinausgehendes Ziel: "Nichtsdestotrotz wollen wir auf Dauer zu den Top-24 Clubs Deutschlands gehören."

© dpa-infocom, dpa:200920-99-636289/2

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