Leipzig (dpa) - RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff macht sich angesichts einiger Bewegung auf dem Trainermarkt keine Sorgen um den Verbleib von Julian Nagelsmann beim sächsischen Fußball-Bundesligisten.

"Wir sind in dieser Personalie entspannt", sagte Mintzlaff in einem Interview dem "Sportbuzzer" und ergänute: "Julian hat einen langfristigen Vertrag bei RB, er fühlt sich wohl, hat Erfolg, will mit uns noch einiges erreichen. Julian und RB - das passt", betonte der 45 Jahre alte Club-Chef.

Nagelsmann kam im Sommer 2019 vom Ligarivalen 1899 Hoffenheim nach Leipzig. In der vergangenen Spielzeit schaffte er es mit RB bis ins Halbfinale der Champions League. Aktuell belegen die Leipziger den dritten Tabellenplatz, zwei Punkte fehlen auf Spitzenreiter und Titelverteidiger FC Bayern München. "Wir sind selbstbewusst genug zu sagen, dass wir diesem tollen Trainer einiges bieten können. Das Team um das Team, perfekte Trainingsbedingungen, Harmonie im Verein", sagte Mintzlaff, der Nagelsmann bei dessen Amtsantritt einen Vertrag über vier Jahre bis Ende Juni 2023 gegeben hatte.

"Wir haben uns sehr früh für Julian entschieden, über ein Jahr auf ihn gewartet und ihn ganz bewusst mit einem für Trainer sehr langfristigen Vertrag ausgestattet", erklärte Mintzlaff nun noch einmal. Ein vorzeitiger Wechsel des 33-Jährigen, um die Kasse womöglich aufzufüllen, ist keine Option. "Wir wollen keine Rendite, sondern Erfolg", sagte Mintzlaff.

Zudem will RB auch künftig mit einem Quartett um Kapitän Marcel Sabitzer zusammenarbeiten. Der Club will in den kommenden Monaten die ersten Vertragsgespräche mit dem österreichischen Nationalspieler sowie Emil Forsberg, Marcel Halstenberg und Willi Orban führen. Alle Spieler stehen noch bis 2022 unter Vertrag. "Alle sind schon lange bei uns und enorm wertvoll für das Team, den Verein und den Trainer. Aber klar, jeder Spieler hat seine eigenen Vorstellungen, wie seine Zukunft aussehen soll", sagte Sportdirektor Markus Krösche der "Mitteldeutschen Zeitung".

Mit Sabitzer wird sich Krösche bereits früher unterhalten. Der Mittelfeldspieler sitzt mit am Tisch, wenn es um einen erneuten Gehaltsverzicht geht. "Unsere Vereinbarung gilt bis Ende des Jahres. Wir werden uns zeitnah mit allen Beteiligten zusammensetzen und die Situation bewerten", sagte Krösche der "Bild". Bisher verzichten die RB-Profis auf zehn Prozent ihres Gehalts.

Bei der Vertragsverlängerung wird der Club insbesondere bei Sabitzer finanziell gefordert sein. Zuletzt war der 44-malige Nationalspieler bei Tottenham Hotspur im Gespräch, auch Manchester United hat ihn angeblich auf der Liste. "Er hat eine super Entwicklung gemacht. Klar, dass das auch anderen Clubs auffällt", sagte der Sportdirektor. Sabitzer selbst hatte sich zuletzt zurückhaltend über einen möglichen Verbleib in Leipzig geäußert.

Indes reißt die Coronavirus-Pandemie in die Leipziger Finanzplanung offenbar größere Löcher als zunächst kalkuliert. "Uns fehlen Einnahmen von über 30 Millionen Euro", sagte Mintzlaff der "Leipziger Volkszeitung". Bisher war der Club von Mindereinnahmen unter dieser Summe ausgegangen. Dennoch habe man es laut Mintzlaff geschafft, sich von keinem Mitarbeiter trennen zu müssen.

Die gesunkene Bedeutung der Zuschauereinnahmen verdeutlicht der 45-Jährige mit Bezug auf die Fernsehübertragungen. "Solange der Ball rollt und die TV-Gelder kommen, wird es weiter gehen", sagte Mintzlaff. Die Abwesenheit der Fans sei aber auf Dauer eine große Belastung. Zu Beginn der Corona-Pandemie war der Geschäftsführer noch von einem Verlust von gut 20 Millionen Euro ausgegangen. RB hatte früh damit kalkuliert, bis zum Ende des Jahres 2020 ohne Zuschauer spielen zu müssen.

Mit den obligatorischen Corona-Tests ist der Leipziger Club in die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Saison gestartet. Wie RB auf dpa-Anfrage mitteilte, ist zudem lediglich Training in Kleingruppen geplant. Das erste Mannschaftstraining kann frühestens am 30. Dezember stattfinden, wenn alle Spieler zwei negative Tests nachgewiesen haben. Spieler, die über die Weihnachtstage in ein Risikogebiet gereist waren, müssen sich zunächst für fünf Tage ins Trainingszentrum am Cottaweg in Quarantäne begeben.

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