Bremen (dpa) - Beim SC Freiburg verlieren sie das Saisonziel langsam aus den Augen. "Nein, das weiß ich gerade gar nicht", sagte Nils Petersen auf die Frage, wie weit die Abstiegsränge derzeit entfernt sind.

"Man schaut immer auf die Ergebnisse, aber man weiß gar nicht genau, auf welche Resultate man genau schauen soll", sagte der Stürmer. Mit seinen beiden Treffern beim 2:2 (1:1) bei seinem Ex-Club Werder Bremen rettete der Nationalspieler den Breisgauern einen Punkt und sorgte dafür, dass die Freiburger in der Tabelle eher nach oben, denn nach unten schauen können.

18 Punkte nach zehn Spielen - das ist die Bilanz eines Anwärters auf die Europa-League-Plätze und nicht die eines Abstiegskandidaten, zu denen die Freiburger vor jeder Saison automatisch gezählt werden. Doch inzwischen hat sich der Club aus dem Breisgau in der ersten Liga längst etabliert und einen Kader zusammengestellt, der höheren Ansprüchen als denen eines Kellerkindes genügt.

"Es ist toll, dass man merkt, dass wir in der Breite Spieler haben, die hohe Qualität mitbringen", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich. Denn zum Punktgewinn an der Weser trug nicht nur Routinier Petersen bei, sondern auch die beiden Einwechselspieler Changhoon Kwon und Brandon Borrello sowie Mittelfeldspieler Roland Sallai, der lange auf seine Chance warten musste.

"Das haben die Jungs brutal gut gemacht", sagte Streich, der so die Ausfälle der Leistungsträger Luca Waldschmidt, Alexander Schwolow und Nicolas Höfler kompensieren konnte. "Das ist der große Unterschied zur letzten Saison", sagte Streich.

Den entscheidenden Unterschied machte aber doch Petersen. Nachdem Milot Rashica die Bremer in Führung gebracht hatte, nutzte der Stürmer rund 20 Minuten später einen schweren Patzer von Werder-Torwart Jiri Pavlenka. Und das Bremer 2:1 durch Theodor Gebre Selassie (59.) egalisierte er in der dritten Minute der Nachspielzeit per Kopfbal.

"Wir schwimmen gerade auf einer kleinen Euphoriewelle und die nehmen wir gerne mit", sagte Petersen, der 2015 aus Bremen nach Freiburg gewechselt war. "Dem Nils brauche ich nichts mehr zu sagen", sagte Streich nach der Partie über seinen Torjäger. "Der weiß ja viel mehr als ich. Ich habe das letzte Mal Mittelstürmer im ersten Jahr A-Jugend gespielt und das auch nur in der zweithöchsten Liga."

Durch den Last-Minute-Ausgleich haben die Freiburger weiter sieben Punkte Vorsprung auf Werder, das eigentlich dahin will, wo Freiburg gerade steht. Doch nach dem fünften Remis in Serie tat sich auch Trainer Florian Kohfeldt erstmals in dieser Saison schwer, seine Mannschaft zu schützen. "Wir brauchen da nichts schönzureden. Wir haben zu wenig Punkte. Und das sage ich bewusst, damit alle wach werden", sagte der Werder-Coach verärgert.

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